DEUTSCHI.AND. — Bayern (Militär).
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Das Bundescontingent, ursprünglich 35,()Ü0 M., beträgt; Hauptcontingent
41.533, Reserven 11,867, Ersatzmannschaft 5,934; zusammen
59,334. Obwol diese üesammtsumme keinenfalls sofort gefordert
werden kann, ist die Formation doch noch weit grösser. Der wirkliche
Durchschnittsstand war in den letzten Rechnungen so aufgeföhrt ;
1856 1857 1858 1859
9),96K 90,295 93,137 105,757
Die Formation ist auf 72,845 M. streitbare Soldaten. 5052
Nichtstreitbare und 25,200 assentirt unmontirte (u. unexercierte) Mannschaft,
zus. 103,097 M. bestimmt, sammt 9,210 Pferden.
Uj Infant.-Reg. à 3 Bat. zu 6 Comp,
h Jägerbataillone zu 4 Comp. . .
3 Cürassierregimenter j
0 Chevauxlegersreg. > à 4 Escadr.
3 Ulanenregimenter )
3 fahrende Art.-lteg
• reit. Art.-Reg
1 Ceniereg. à 8 Comp
1 ()uvrierscompagnie
3 Sanitätscompagnien
Zusammen
streitbare
Mannschaft
48,896
6,760
I 1,992
3,984
I 1,992
6,583
870
1,768
nicht
streitbare
496
112
72
144
72
3,144
27
20
285
680
Dienstpferde
72,845 5,052
assent.
Unmont.
20,400
800
300
600
300
1,860
300
400 —
240 —
25,200 7,692
1,683
3,366
1,683
2,824
654
Nicht eingerechnet sind: die obersten Commandostellen, Leibgarde
der Hartschiere und Garnisonscompagnien. — Das 1. u. 2. Artill.-Reg.
je mit 5 leichten und 7 schweren Fussbatt., das 4. mit 4 leichten und
8 schweren Fussbatt., das 3. (reitende mit 1 Feldbatt.
Landwehr. Dem Gesetze nach soll dieselbe allenthalben bestehen;
sie ist aber thatsächlich nur in den grössern Städten und ausserdem auf
dem Papiere vorhanden ; in der Pfalz fand man es nicht für zweckmässig,
«e auch nur dem Namen nach zu organisiren. Die Einrichtung ist dermalen
ohne alle praktische Bedeutung. (Auf dem Papiere erscheinen
r>4,5(»0 M. Infanterie in 542 Compagn.), 560 freiwilligeGebirgsschützen,
I <70 M. Cavall. (7’/^ Escadr. und 830 M. Artill.
Festnuffen. Ingolstadt und Germersheim (beide neu erbaut, erstes
mit einem Aufwande von 18% Mill., letztes mit einem von etwa 1 3 Mill.),
Landau (Bundesfestung, im Frieden blos von Bayern besetzt). In Ulm
hat Bayern das Mitbesatzungrecht (Neu-Ulm liegt auf bayerschem Gemete).
Ausserdem einige kleine feste Punkte, wie Marienberg bei Würz-'mg,
Oberhaus bei Passau, WiSlzburg und Rosenberg.
FriegsffCHchtchtltche Notizen. Die Kriegsmacht Pfalz-Bayerns vor
<89 ward auf 24,000 M. berechnet, wovon jedoch nur 7000 präsent
Waren. Die Kriege zur Rheinbundszeit (u. a. in Tirol) erheischten viele
enschenopfer, und wenn auch keine bayer Truppen nach Spanien gesendet
wurden, so gingen dagegen im russ. Feldzuge 30,000 M. fast
sämmtlich zu Grunde. Die höchste Formation des bayer. Heeres betrug
ungefähr 4 7,000 M , also selbst in der Napoleonischen Kriegszeit nicht
m Hälfte der jetzigen. Nach dem Rieder Vertrage Vermehrung der
Armee auf 86,000 Mann.