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DEUTSCHLAND. — Hannover (Finanzen).
— 90 in englischen 3proc. Stocks angelegten Capitals von 600,000 £
(4’080,000 Thlr.), und ferner Zinsen eines »Schatullencapitals« von
2’400,000. Dies, sammt dem Wer the nicht angerechneter Staatsgüter,
dürfte den wirkl. Genuss des Hofes auf etwa 950,000 Thlr. bringen. —
Das Kriegswesen kostete noch 1855 blos 1’590,000, also über eine Mil
lion weniger als jetzt. Auch erforderte die Schuld »Passivetat« damals
nicht über 1’965,370. Die Civilbesoldungen, 1853 3’318,000 Thlr.,
wurden schon 1856 mit einemmale um fast 300,000 Thlr. erhöht, na
mentlich die Ministergehalte von 4000 auf 6000 Thlr. hinaufgesetzt (vor
läufig sogar ohne Genehmigung der Kammern) , und gleichzeitig die
Summe der Pensionen um 59,050 Thlr. vermehrt. Demnach kosten die
Civilbeamten in diesem gering bevölkerten Lande (nach Stüve) wenig
stens 3'620,000 Thlr.! — Allerdings ist es nicht unbedingt massgebend,
wenn sich die Schlussziifer des Budgets in wenigen Jahren mehr als ver
doppelt hat (das Budget v. 18»%, schloss ab mit 9'OTO,235 Thlr. Einn.,
8 612,517 Ausg. und 457,718 üeberschuss). Es wurde neml. eine an
dere Berechnungsweise eingeführt. Das wahre Verhältniss ist ersichtlich
aus einer vom h inanzminist. den Ständen (neben der jetzigen Budgets—
berechnung) vorgelegten Uebersicht in früherer Weise, wonach nur die
Nettosummen eingetragen sind, ohne Productions-, Erhebungs- und
Betriebskosten. Darnach würden sich die Ziffern folgendermassen stellen ;
Unter dem Ministerium Borries wurden wegen der ausserordentl. gestei
gerten Anforderungen für den Hof, das Militär und die Beamtengehalte,
sämmtliche directe Steuern, zum Theil erheblich, erhöht, mit den be
zeichnenden Ausnahmen der Grund- (!) und der Besoldungssteuer. Die
Steuerlast wird als nicht geradezu drückend geschildert, sie treffe aber
namentlich das städtische Gewerbe schon ziemlich hoch. Die bisherige
günstige Lage des Haushalts beruht vornemlich auf der Ertragserhöhung
der bedeutenden Staatsforsten, auf den ansehnl. Einnahmen von Eisen
bahnen und auf dem Zollpräcipuum von rund 1'25ü,0<»0 Thlr. Letztes
vermindert sich aber vom J. 1866 an durch die neuen Zollvereinsverträge
auf 5—600,000 Thlr. Dagegen hat die Regierung durch dieselben Ver
träge sich zu einer Erhöhung der Branntweinsteuer um etwa 250,000
Thlr. und ferner auch zu einer Erhöhung der (im J. 18"%, nur 164 552
Thlr. ertragenden) Salzsteuer um heil. 450,000 Thlr. verpflichtet. (Den
Ständen ist dieser Vertrag noch nicht vorgelegt.)
Der verhältnissmässig geringe Ausgabeposten für das Cultusmini-
sterium erklärt sich daraus, dass aus den eingezogenen Klöstern und
Stiften ein gesondert verwalteter sog. Klosterfonds für Kirchen- und
Schulausgaben und für milde Zwecke gebildet ward, welcher z. B. im J.
18 «Ves für die Universität, Kirchen und Schulen 278,529 Thlr. veraus
gabte. — Durch Ablösung des Stader Zolls erhält Hannover 3’100,000
Thlr., wozu Grossbritanien und Hamburg jedes % beigetragen haben.
Von dieser Summe waren am 1. Juli 1863 2 987,427 Thlr. bereits ab
getragen.
Einnahmen ll’28o,587
Ausgaben 11’543,8S7
18“/««
11’.307,030 Thlr.
11’303,530 -