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DEUTSCHLAND. — Württemberg (Finanzen).
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An Staatsanlehen wurden zum Elsenbahnbau seit dem Jahre 1845
theils ausdrücklich aufgenommen, theils von den Anlehen von 1845,
1847, 1855 und 1859 zum Eisenbahnbau verwendet, bis zum J. 1862;
50’847,057 fl., wovon, nach Abrechnung des seither durch Heimbezah
lung Getilgten, den 4. Juli 1804 noch zu verzinsen waren46'795,200fl.
Der Rest von gegen 26 Millionen bildet die übrige Staatsschuld, und ist
grossentheils als Folge von Kriegen, Kriegsrüstungen, Uebernahme von
Kammer- und Landschaftsschulden, und von sogenannten Finanzaus
gleichungen mit Standesherrn anzusehen. Ein Theil des Capital-Auf-
wands auf die Eisenbahnen wurde aus Grundstocksmitteln und allgemei
nen Ueberschüssen des Staates bestritten.
Geschichtliche Notizen. Unter der anfangs furchtbar verschwende
rischen Regierung des Herzogs Karl sollen die Schulden fast auf 16 Mill,
gestiegen, doch allmählig meistens wieder getilgt worden sein. — 1806
betrug die Gesammtschuld 15’659,297 fl., davon die der Landschaft
nur 4’60 7,98 2, die der Kriegsprästationscasse 3’581,4 18, der Rentenkam-
niercasse 3’288,794, der kirchenräthlichen Cassen 1’000,601, und die
Schuld der neuerworbenen Landestheile 1524,824 fl. — 1816 verwen
dete man 800,000 fl. von den französischen Reluitionsgeldern, dann
Weiter die Gesammtsumme der von Frankreich erhaltenen Contributions-
Öelder mit 3*750,000 fl. für die Schuldentilgung. Dennoch stieg die
Schuldsumme in Folge neuer Einweisungen, da insbesondere den Media-
tisirten 7’867,353 fl. Entschädigungen bewilligt wurden. So war der Schul
denstand im August 1817 24’760,134, am 22. Juni 1820 20’374,559,
im Jahre 1833 wieder 28’706,350, und am 1. Juli 1845 20’774,033fl.
Nachdem man, vermittelst Tilgung während eines Vierteljahrhunderts,
die Schuldsumme von ihrem höchsten Stande um etwa 8 Mill, herabge
bracht, erfolgte wieder ein sehr rasches Steigen, diesmal aber grossen
theils in Folge der Eisenbahnbauten.
Die neueren Anlehen sind, ihrem, vom Staate zu verzinsenden und
zu tilgenden, Nominalbeträge nach :
1845. 7’213,f)00 fl., Nominalcapital, zu 3'/,im Curse von 97 fl. 2*/, kr. Auf
genommen zu Beseitigung des Kündigungsrechtes der Staatsgläubiger;
3’2()3,311 fl, davon wurden zum Eisenbannbau verwendet. Einbezahlt
wurden : a) baar 7’000,197 fl. 39 kr., b) mittelst der Cursdifterenz von 2 fl.
. . 57*/, kr. 213,402 fl. 21 kr. ; zu verzinsen und zu tilgen sind 7*213,000 fl.
840. 81,000 fl., zu 4%, ul pari, vom Pensionsfonds, zum Eisenbahnbau.
1840. Juni. 1*218,700 fl., zu 4 %, alpari, zum Eisenbahnbau, statt gewünsch
ter 0 Millionen, mit */, % Provision an Bankiers, und */* % an Cameral-
beamte und Amtspfleger für die bei ihnen subscribirten Summen.
184(>. December. 1*050,000 fl., zu 4*/, */g, gegen baare Vergütung von 2*/,%
Cursditferenz und einer Zinsenjouissance, zusammen gegen ein baares
Opfer von 42,000 fl., zum Eisenbahnbau, — und 2,300 fl., zu 4*/,% al
pari; zusammen 1*052,300 fl.
1847. März. 11*000,000 fl., zu 4*/, % , im Curse von 97'/, %, und 6*000,000 fl.,
zu 4*/,**/,, im Curse von 98%, nebst einer Provision für die Bankhäuser,
bestehend in einer 4monatl. Zinsenjouissance etc. Der Nettoertrag der
Anleihe im Betrage von 16*308,228 fl. 40 kr. diente zum Eisenbahnbau.
1849. Juni. 3*333,300 fl., zu 4*/, %, im Cuge zu 90% ; Reinertrag 2*999,970 fl.
Das Anlehen wurde zur Deckung durch den Feldzug in Schleswig-
Holstein etc. im Reichsdienste etc. entstandenen Kosten von 2*777,800 fl.
36 kr., und zur theilweisen Deckung eines Deficits im ordentlichen Dienste