Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

ITALIEN.  —  Militär  (Landmacht).

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kammer  von  1S62  die  eöective  Stärke  (statt  der  nominellen  von  303,048)
folgendermassen  angegeben  ;
Linieninfanterie  111,207  M.,  Bersaglieri  17,508,  Cavallerie  10,536,  Artillerie ­
  17,302,  Genie  4,397,  Train  2,485,  Verwaltung  2,755,  Carabinieri  18,516,
Veteranen  4,879,  Sanitätstruppen  395,  zus.  190,100  Mann.
Seitdem  hat  die  finanzielle  Noth  zu  sehr  bedeutender  Verringerung
des  Militärstandes  genöthigt.
Nationalyarde.  Ein  Gesetz  vom  4.  August  1861  hat  die  Bildung
von  220  Bataill.  mobilisirter  Nationalgarde  angeordnet.  Nach  den  aufgestellten ­
  Listen  gehören  übrigens  1’230,988  Bürger  in  die  active
Nationalgarde  (wovon  726,219  als  mobilisirbar  bezeichnet  werden),
766,552  weitere  werden  als  Reserve  aufgeführt,  was  eine  Gesammtzahl
von  nicht  weniger  als  l’997,54ü  Mann  ergäbe.  —  Der  milit.  Werth
dieser  Masse  dürfte  indess  sehr  gering  anzuschlagen  sein.
Festungen.  In  den  alten  festländ.  Provinzen:  Alessandria,  Casale,
Genua  und  18  kleinere  ;  in  der  Lombardei  :  Pizzighettone,  Pavia  und
3  Forts  ;  —  Mittelitalien  :  Ancona,  Ferrara,  Piacenza,  Bologna,
Reggio;  Castelle  zu  Livorno,  Siena,  Volterra,  Pistoia,  Florenz;  dann
4  kleinere  und  auf  der  Insel  Elba;  Porto  Ferrajo  u.  Porto  Longone  ;  —
Unteritalien:  Gaeta  ,  Capua,  Civitella  dell’  Troute,  Pescara;  Citadelle ­
  von  Neapel  ;  —  auf  Sicilien  Messina,  Siracus  u.  Forts  von  Palermo ­
  ;  auf  der  Insel  Sardinien  :  Cagliari  u.  Sassari.
Kriegsgeschichtliche  Notizen.  Die  Stärke  der  Truppenmacht  aller
ital.  Staaten  ward  1858  auf  173,700  Mann  im  Frieden  berechnet,  für
den  Krieg  auf  250,000.  Einzelne  Länder  :  a)  Sardinien.  Die  Könige
dieses  Militärstaats,  stets  nach  Vergrösserung  lüstern,  unterhielten  immer
ein  ansehnliches  Heer.  Vor  der  ersten  franz.  Revolution  zählte  dasselbe
24.000  Mann.  Zufolge  Vertrags  vom  25.  April  1793  mit  England  verpflichtete ­
  sich  der  König,  für  200,000  £  Subsidien,  50,000  M.  gegen
Frankreich  zu  stellen.  Später  kämpften  die  Piemontesen  ruhmvoll  in
der  franz.  Armee.  —  Ende  März  1848  rückten  etwa  30,000  M.  sardinische
  Truppen  in  die  Lombardei  ein.  Ihre  Zahl  ward  allmählig  auf
65.000  gebracht,  ungerechnet  die  Hülfstruppen  aus  der  Lombardei,
Rom,  Toscana  und  Parma.  Indessen  sollen,  nach  der  Versicherung
des  commandirenden  Generals  Bava,  doch  nur  15,000  schlagfertig  gewesen ­
  sein.  Die  Soldaten  bewiesen  Tapferkeit,  Geschick  und  Ausdauer. ­
  Allein  man  liess  es  ihnen  an  Allem  fehlen,  und  die  Führung
war,  besonders  wegen  des  steten  Eingreifens  des  Königs  Karl  Albert,
eine  ungeschickte.  Während  des  Waffenstillstandes  vermehrte  man  das
Heer  auf  dem  Papiere  bis  zu  135,000  M.  (worunter  die  lombardische
Division  von  5,500).  Beim  Wiederbeginne  des  Kampfes  zählte  man
aber  höchstens  85,000  active  Combattanten.  Die  Cavallerie,  besonders
die  Artillerie,  waren  trefflich,  die  Artillerie  aber  nicht  zahlreich  genug,
und  an  leichter  Reiterei  fehlte  es.  Die  Infanterie  stand  der  österreichischen ­
  weit  nach.  Bei  der  ganz  schlechten  Führung  dauerte  der
Feldzug  nur  vom  20.  bis  24.  März  1849;  er  endete  mit  der  Schlacht
von  Novara.  —  1855  find  56  nahm  Sardinien  am  orientalischen  Kriege
Theil;  es  sendete  17,584  M.  nach  der  Krim,  die  sich  wacker  hielten,
wovon  aber  selbst  nach  den  officiellen  Angaben  2,532  (also  14,4  Proc.),
            
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