ITALIEN. — Die römischen Staaten (Finanzen).
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Doppelte betrugen. Man erhob z. B. den Monatsbetrag der Ge werbsteuer»
14 Mal im Jahre, als ob das Jahr 14 Monate umfasste. Die verdammenswerthe
Einrichtung des Lotto ward derart » verbessert «, dass
sie einen erhöhten Ertrag lieferte. Trotzdem hatte man bis 1858 jedes
Jahr ein Deficit, Napoleon Pepoli bemerkt (in der Schrift : II debito pubblico
pontificio, lettera al conte Costa della Torre, di G. Napoleons Pepoli;
Torino 1858): »In den Rechnungen von 1848—57 kommen die
öffentlichen Arbeiten zusammen mit 5’182,403 Franken vor, neben
24’79G,430 Fres, für die fremde Occupation, ungerechnet die daher rührenden
Lasten der Privaten. Der öffentl. Unterricht erscheint dagegen
mit 242,527 Fr. Die Erhebungskosten der Einkünfte betragen 30—31
Proc. (in England 8, in Frankreich 14, in Piemont 16%). Die Verwaltung
der Domänen kostet 640,500, während der ganze Rohertrag derselben
nur 160,250 ausmacht; man hat namentlich Bergwerke, die weit
mehr kosten als eintragen. — Seit der Restauration steigt der Besitz der
todten Hand jährl. um 3—4 Mill. Scudi. « Wir kennen eine einzige
weise Maassregel : Herabsetzung der Eingangszölle durch das Zollgesetz
vom 8. Mai 1856, und der Erfolg war eine Mehreinnahme.
Was von öffentl. Geldern eingeht, ward von jeher nicht als Eigenthum
des Landes, das zu dessen Bestem verwendet werden müsse, sondern
als Ertrag des Patrimoniums der Geistlichkeit angesehen, worüber
diese beliebig zu schalten habe. — Die päpstlichen Finanzen sind eigentlich
seit der Zeit zerrüttet, in welcher die regelmässigen Zuflüsse aus
den übrigen kathol. Ländern zu versiegen begannen. Schon vor einem
Jahrhunderte hatte man ein, wenn auch kleines, Deficit. Noch gegen
Ende des 18. Jahrh. zog der römische Hof aus Deutschland im Durchschnitte
jährl. für Ann aten 194,880, für Pallien 215,417 fl. Im Ganzen
sollen demselben seit 600 Jahren aus allen nördl. Ländern zusammen
etw'a 1020 Mill. Gulden zugeflossen sein. Spanien und Portugal entrichteten
ihm, nach der Berechnung von Canga Arguelles, seit dem
12. Jahrh., gegen 14,580 Mill. Realen. — Indem Werke: Sülle finanze
dello stato pontificio sind folgende Ziffern einander gegenübergestellt :
1815 1853
* Einnahme 2'920,657 13’472,782 = Zunahme 360 Proc.
Ausgabe 2’353,397 15*374,371 = - 553 -
Schuld. Deren Betrag ward am 1. Jan. 1858 zu 66*471,274 Scudi
angegeben. Unterm 18. April 1860 ward ein 5proc. »kathol. Anlehen«,
durch welches 50 Mill. Fres. aufgebracht werden sollten, im Curse von
90 ausgeschrieben; doch vernahm man im Juli, dass erst 7 Mill, gezeichnet
seien. Im Dec. 1861 soll der Finanzminister der Consulta die
Ausgabe neuer Schuldscheine kundgethan haben. Im März 1861 erfolgte
die Ausschreibung eines neuen 5proc. von 6, ebenso im Jan. 1863
von 4 Mill. Scudi. Im Mai 1864 vernahm man von einem neuen 5proc.
Anlehen von 50 Mill. Fres., das im Curse von 77 % ausgegeben würde.
Wahrscheinlich konnten diescAnlehen nicht vollständig realisirt werden.
Dennoch dürfte die Gesammtsumme der Schuld Anfangs 1865 gegen
90 Mill. Scudi betragen. Nach der zur Verzinsung bestimmten Summe
müsste man sogar bedeutend über 100 Mill, annehmen; doch sind, wie
uns scheint, etwa 900,000 Scudi Pensionsbeträge eingegriffen.