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Dritter Teil
natürlich nur unter dem Gesichtspunkt der Zusammenhänge von
Bevölkerung und Wirtschaft betrachtet, liegt; namentlich dann, wenn
man, wie es die Anhänger der Geburtenregelung tun, eine mög-
lichste Steigerung der Lebenshaltung erstrebt. Unter diesem Ge-
sichtspunkt kann das Ideal weder darin liegen, daß die Volkszahl
dauernd gegen den Nahrungsspielraum andrängt, noch darin, daß
sie hinter dessen Wachstum zurückbleibt. Das Ideal kann vielmehr
aur in dem liegen, was wir oben als Optimum der Bevölke-
rung kennen gelernt haben: in einer Entwicklung von Bevölkerung
und Wirtschaft, bei der die Volkszahl genügend groß ist, alle Gaben
der Natur so vollkommen auszunutzen, daß damit der Ertrag der
Arbeit und somit auch die Lebenshaltung ihren unter den ge-
gebenen wirtschaftlichen Voraussetzungen höchsten Stand erreichen.
Es kann durchaus der Fall eintreten, daß bei stagnierender oder
abnehmender Volkszahl — das gilt in gleicher Weise für ein
einzelnes Land wie für die ganze Erde — dieses Optimum der
Bevölkerung nicht erreicht werden kann, ja, daß sogar bei ab-
nehmender Volkszahl unter Umständen ein Volk hinter diesen
optimalen Zustand, wenn er vielleicht einmal annähernd erreicht
war, wieder zurückgeworfen wird.