Full text : Währung und Handel

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Stande  erkauft  wird;  liier  muss  gezeigt  werden,  dass  auch
abgesehen  von  der  Ben  achtheil  igung  des  Volkswohlstandes,
die  Staatsñnanzen  direct  durch  die  gestörte  Valuta  zu
Schaden  kommen.  Und  in  der  That  ist  dieser  Schaden  so
handgreiflich  und  offen  zu  Tage  liegend,  dass,  um  ihn  zu  erkennen, ­
  durchaus  kein  tieferes  volkswirthschaftliches  Wissen,
sondern  blos  eine  oberflächliche  Bekanntschaft  mit  den  Gesetzen ­
  der  Mathematik  nothwendig  ist.
Wie  bereits  einmal  erwähnt  wurde;  bringt  die  Valutazerrüttung ­
  eine  Verschiebung  der  Einkommensverhältnisse  mit
sich,  bei  welcher  zunächst  Diejenigen  benachtheiligt  werden,
die  ein  nominell  flxirtes  Einkommen  beziehen.  Zu,  diesen
aber  gehört  in  erster  Linie  der  Staat.  Die  Mehrzahl
seiner  Revenuen  ist  genau  und  fest  vorherbestimmt  und  auch
jener  Theil  derselben,  der  gesetzlich  nicht  solcher  Art  fixirt
ist,  verfolgt  doch  eine  unverkennbare  Tendenz  des  Beharrens,
II.  zw.  nicht  des  Beharrens  auf  dem  essentiell,  sondern  auf
dem  nominell  gleichen  Betrage.  Die  Einkommensteuer  z.  B.
soll  in  Percenten  des  Volkseinkommens  bezahlt  werden.  Wenn
daher  dieses  Einkommen  selbst  essentiell  dasselbe  geblieben
ist,  sich  aber  wegen  der  Verringerung  des  Geldwerthes  nominell ­
  erhöht  hat,  so  sollte  man  meinen,  dass  nunmehr  auch  die
Steuer  genau  um  den  nämlichen  Betrag  nominell  wachsen
müsse.  Es  ist  aber  eine  bekannte  Thatsache,  dass  sich  dies
nicht  so  verhält,  dass  zum  mindesten  die  Steigerung  der
nominellen  Steuerhöhe  der  nominellen  Steigerung  des  Einkommens ­
  nur  sehr  allmälig  und  unvollständig  folgt.  Allerdings
steht  es  der  Finanzveiwaltung  in  solchem  Falle  frei,  den
Steuersatz  zu  erhöhen  und  dadurch  den  Ausfall  hereinzubi'ingen,
  und  in  der  That  sieht  sich  der  Eisens  in  allen
Staaten  mit  schwankender  Valuta  weit  rascher  als  in  den
Staaten  mit  gesunder  Metallvaluta  genöthigt,  solche  Steuererhöhungen ­
  vorzunehinen  ;  aber  selbst  bei  Anwendung  der
grössten  Härte  wird  es  niemals  möglich  sein,  auf  diesem  Wege
jenen  Einkommensstand  zu  erreichen,  der  bei  geordneten  Geldverhältnissen ­
  ohne  jede  liscalische  Anstrengung  sich  von  selbst
erhielte.  Vor  Allem  wird  es  der  Staatsverwaltung  unmöglich
sein,  bei  der  Besteuerung  zwischen  jenen  ihrer  Bürger,  die
auf  ein  fixes,  nominell  gleichbleibendes  Einkommen  gesetzt
            
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