Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kabinettweine

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Käse

stücke  in  holzärmen  Gegenden  zur  Feuerung  benutzt. ­
  Trotzdem  gab  es  namentlich  auf  den  Lofoten ­
  immer  noch  Unmassen  von  Abfällen,  die
der  Verwesung  überlassen  blieben,  seit  einer
Reihe  von  Jahren  jedoch  zu  Fischguano  (s.  d.)
verarbeitet  werden.  Der  Rogen  endlich  wurde
alljährlich  in  bedeutenden  Mengen  nach  Frankreich ­
  eingeführt,  um  hier  als  Köder  beim  Fangen ­
  von  Anchovis  und  Sardellen  zu  dienen,  hat
sich  aber  während  des  Krieges  zum  Range  eines
menschlichen  Nahrungsmittels  erhoben.
Kabinettweine  nennt  man  die  edelsten  Sorten
der  Rheinweine,  z.  B.  Johannisberger  K,,  Steinberger ­
  K.,  die  vor  dem  Kriege  mit  24—25,  ja
35  M.  die  Flasche  und  mit  20—30  000  M.  das
Stückfaß  bezahlt  wurden.
Kadeöl  (Wachold  er  teer,  lat.  Oleum  cadinum,
  Ol.  juniperi  empyreumaticum,  s.  oxycedri,
frz.  Huile  de  cade,  engl.  Oil  of  cade),  ein  durch
trockene  Destillation  des  Holzes  von  Juniperus
oxycedrus,  einer  Wacholderart  (Spanische  Zeder), ­
  1  in  der  Provence  hergestelltes  brenzlich
riechendes  Öl  von  anfangs  gelblicher,  später
brauner  Farbe,  wird  in  der  Tierarzneikunde  und
zuweilen  noch  äußerlich  verwandt.
Kadmium  (lat.,  frz.,  engl.  Cadmium),  ein  zinnbis
  silberweißes  Metall  vom  Atomgewicht  Cd
—  112,4,  findet  sich  in  der  Natur,  abgesehen  von
dem  seltenen  Mineral  Greenockit  (K.-Sulfid),
nur  in  Gesellschaft  des  Zinks,  in  dessen  Erzen  es
in  Menge  von  1—5  °/o  vorkommt,  und  bei  dessen
Gewinnung  es  meist  als  Nebenprodukt  erhalten
wird.  Bei  der  trockenen  Destillation  des  Zinks
geht  zuerst  das  leichter  flüchtige  K.  über  und
sammelt  sich  in  Form  seines  Oxydes  in  dem  sog.
Zinkofenrauch  und  dem  Flugstaube  der  Zinkhütten
an,  aus  dem  man  es  unter  Zuschlag  von  Kohlenklein ­
  abdestilliert.  Das  in  den  Vorlagen  befindliche ­
  Metallpulver  wird  in  Kohletiegeln  unter
einer  Talgschicht  geschmolzen  und,  in  Stängelchen
  von  etwa  80  g  gegossen,  in  den  Flandel  gebracht. ­
  Zur  Entfernung  von  meist  beigemengtem
Zink,  das  eine  größere  Sprödigkeit  verleiht,
folgt  bisweilen  noch  eine  Reinigung  auf  nassem
Wege.  Das  K.,  das  dem  Zink  in  seinem  chemischen ­
  Verhalten  ähnelt  und  beim  Biegen  den
sog.  Zinnschrei  zeigt,  überzieht  sich  an  der  Luft
mit  einer  dünnen  Oxydschicht  und  wird  von
Säuren  nur  schwierig  gelöst.  Aus  der  sauren  Lösung ­
  fällt  Schwefelwasserstoff  unlösliches  gelbes
Sulfid.  Beim  Erhitzen  an  der  Luft  verbrennt  es
mit  roter  Flamme  zu  braunem  Oxyd.  Das  hämmerbare, ­
  ziemlich  harte  Metall,  das  sich  zu  Draht
ausziehen  und  zu  Blech  walzen  läßt,  hat  ein  spez.
Gew.  von  8,6  und  einen  Schmelzpunkt  von  321 0 .
Bei  778—780°  siedet  es  und  gibt  einen  gelben
Dampf,  der,  eingeatmet,  gesundheitsschädlich  wirkt.
Seine  wichtigste  Eigenschaft  ist  die  Bildung  überaus ­
  leicht  schmelzbarer  Legierungen  mit  Zinn,
Blei  und  Wismut,  die  mannigfache  technische
Anwendung  finden.  Das  sog.  Woodsche  Metall ­
  (12,s  %  Kadmium  und  Zinn,  250/0  Blei,  50  o/ 0
Wismut),  das  schon  bei  70  °  ,  wie  Siegellack  schmilzt,
dient  zur  Herstellung  von  Matrizen  für  Galvanoplastik, ­
  von  Schnellet  und  Metallkitten,  eine  Legierung ­
  mit  Quecksilber  zur  Ausfüllung  hohler
Zähne.  Legierungen  mit  Gold,  Silber  und  Kupfer
werden  von  Juwelieren  und  Goldschmieden  benutzt.
Das  reine  Metall  findet  bei  der  Herstellung  von

Glühlampen  (Kadmiumlampen)  und  von  Normalelementen ­
  Verwendung.  Von  den  Verbindungen
bildet  das  Schwefelkadmium  (Kadmiumgelb.
Brillantgelb,  Jaune  brillant)  eine  ausgezeichnete ­
  Künstlerfarbe,  während  das  Sulfat  Bromid
und  Jodid  in  der  Photographie  Anwendung  finden.
Die  Erzeugung  der  oberschlesischen  Zinkhütten
stieg  von  100  kg  im  Jahre  1852  auf  43000  kg  im
Jahre  1912,  der  Preis  sank  von  16  M.  auf  s  M.  für
I  kg.  Geringere  Mengen  werden  in  Belgien,
Frankreich  und  Amerika  erzeugt.
Käse  (frz.  Fromage,  engl.  Cheese).  Dieses  wertvolle, ­
  seit  den  ältesten  Zeiten  bekannte  Nahrungsmittel, ­
  wird  im  Prinzipe  noch  heute,  wie  einst  von
den  Völkern  des  Altertums,  in  der  Weise  hergestellt, ­
  daß  man  die  Stickstoffsubstanz  (Kasein,
Käsestoff)  der  Milch  in  fester  Form  abscheidet
und  einem  durch  Mikroorganismen  (Bakterien,
Pilze)  verursachten  Reifungsprozesse  unterwirft.
Die  Abscheidung  des  Kaseins  erfolgt  beim  Sauerwerden ­
  der  Milch  freiwillig,  aus  süßer  Milch
hingegen  durch  Zusatz  eines  Auszuges  aus  Kälbermagen ­
  (Lab).  Je  nach  der  Art  der  benutzter
Milch,  ob  Voll-  oder  Magermilch,  und  des  Dicklegungsverfahrens, ­
  ob  durch  freiwillige  Säuerung
oder  durch  Lab,  unterscheidet  man  Süßmilchund
  Sauermilch-,  Fett-  und  Magerkäse.  Bei  der
Bereitung  der  Süßmilchkäse  mit  Lab  umschließt ­
  das  geronnene  Kasein  auch  noch  das
ganze  Fett  nebst  einem  Teile  des  Milchzuckers
und  außerdem  die  Gesamtmenge  des  phosphorsauren ­
  Kalks.  Bei  den  Sauermilchkäsen,
welche  übrigens,  vom  Harzkäse  abgesehen,  nur
geringe  Bedeutung  für  den  Handel  haben,  bleiben ­
  die  Phosphate  zum  Teil  in  Lösung.  In
beiden  Fällen  wird  der  Niederschlag  von  der
Flüssigkeit,  den  Molken,  getrennt,  nach  Zusatz
von  etwas  Kochsalz  gepreßt,  und  die  feste  bröcklige ­
  Masse,  der  Quark,  der  auch  für  sich  in  den
Handel  kommt,  in  besondere  Formen  gebracht
und  der  Reifung  überlassen.  Im  Verlaufe  dieses
Prozesses,  mit  welchem  neben  Gewichtsverlusten
verschiedene  chemische  Umwandlungen  verbunden ­
  sind,  treten  vor  allem  als  Zersetzungsprodukte ­
  der  Stickstoffsubstanz  Amide,  Ammoniak
und  Amidosäuren,  wie  Leuzin  oder  Tyrosin,  auf.
Der  Käsestoff  nimmt  ein  speckiges  Aussehen  an
und  verwandelt  sich  in  Parakasein,  eine  in
So—60  °/o  igem  Alkohol  unlösliche  Modifikation
des  frischen  Kaseins.  Gleichzeitig  ändert  sich
auch  die  Zusammensetzung  des  Fettes  durch  Abspaltung ­
  freier  und  flüchtiger  Fettsäuren,  vor
allem  von  Buttersäure,  Valerian-  und  Kapronsäure,
welche,  zum  Teil  in  Verbindung  mit  Ammoniak
und  Amiden,  neben  anderen  Riechstoffen  den
charakteristischen  Geruch  des  Käses  hervorrufen.
Die  bei  einigen  Sorten,  besonders  dem  Schweizerkäse, ­
  beobachtete  Lochbildung  beruht  auf
einer  Zerlegung  des  Milchzuckers,  nach  einigen
Autoren  auch  des  Kaseins,  zu  gasförmiger  Koh
lensäure,  welche  die  noch  weiche  Masse  aufbläht. ­
  Nach  dem  Fettgehalte  unterscheidet  man:
1.  Rahmkäse  (Sahne-,  Creme-,  vollfette  K.),  die
aus  Rahm  oder  einem  Gemisch  von  Rahm  mit
Vollmilch  hergestellt  werden  und  mindestens
So°/o  Fett  in  der  Trockenmasse  enthalten.  Zu
ihnen  gehören:  Gervais,  Imperial,  Stilton  (s.  d.).
2.  Fettkäse  aus  unabgerahmter  Vollmilch,  die
wenigstens  40  o/o,  Fett  in  der  Trockenmasse  ent ­
            
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