Full text : Währung und Handel

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VI.  Capitel

Die  E(lcJmctalJströiiuiii<,^eii.

Ks  wird  nun  von  Vielen  zugegeben,  dass  der  Uebergang
zur  Goldwährung  allerdings  wünschenswerth  ,  dabei  nicht
wesentlich  schwieriger  und  von  vornherein  auch  gar  nicht
kostspieliger  sei  als  der  Uebergang  von  der  Papierwährung
zur  Silberwährung,  ja  dass  unter  Berücksichtigung  des  Umstandes, ­
  dass  ein  in  Gold  verzinsliches  Anlehen  auf  dem  europäischen ­
  Geldmärkte  billiger  aufzubringen  sei,  als  ein  in  Silber
verzinsliches,  die  Kosten  sogar  geringer  wären,  wenn  man  zur
Goldwährung,  als  wenn  man  zur  Silberwährung  überginge;
aber,  so  behaupten  Einige,  dies  Alles  könne  wenig  fruchten,
da  „international  arme“  Länder,  wie  z.  ß,  Oesterreich,  nicht
im  Stande  wären,  die  Goldwährung  zu  behalten,  indem
nothwendigerweise  die  in  Umlauf  gebrachten  Goldmünzen  sehr
rasch  ausser  Landes  strömen  würden.  Fragt  man  nach  den
Ursachen  dieser  sonderbaren  ßesorgniss,  so  hört  man  Berufungen ­
  auf  die  passive  Handels-  und  Zahlungsbilanz  und  auf  die
Armuth  Oesterreichs  in  internationaler  Beziehung.’  Diejenigen, ­
  die  derartige  Gespensterfurcht  hegen,  glauben  also
offenbar,  dass  Oesterreichs  Zahlungsbilanz  ungünstiger,  sein
Wohlstand  geringer  sei,  als  in  irgend  einem  anderen  Lande,
welches  bisher  die  Goldwährung  besass;  und  sie  glauben  ferner,
dass  Beides  ein  Grund  dafür  wäre,  das  Gold  ausser  Landes
zu  drängen.
            
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