Full text : Währung und Handel

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(les  (^Kapitalangebotes  sieb  berstellen,  und  tolglicb  jede  einseitige
Wirkung  auf  den  Zinsfuss  entfallen,  i)  Ein  Ibiterscbied  wird
allerdings  darin  liegen,  dass  die  Bescliaftung  eines  (  apitais
auf  dein  Wege  eines  Anlebens  mit  directen  Kosten  verbunden
ist,  was  bei  dem  im  Wege  der  Notenemission  bereingezogenen
*)  Um  (lies  deutlicher  zu  machen,  möge  ein  coneret.es  Beispiel
diirchgeführt  werden.  Ein  bestimmter  Staat  soll  zur  Deckung  von  Kriegskosten ­
  ein  Anlehen  hrauchen.  Der  Zinsfuss  in  dem  hetretienden  Lande  betrage
5%,  in  den  Nachbarländern  4®/o.  Wenn  nun  der  Staat  ein  fünfpercentige«  Anlehen ­
  aufnimmt,  so  wird  dasselbe  im  Auslande  untergeh  rächt  werden,  dagegen
wird  das  Ausland,  insolange  als  dieses  neue  Anlehen  nicht  vollständig  placirt  ist,
keine  anderen  Capitalien  nach  dem  betrellenden  Lande  senden,  was  ohne  dieses
Anlehen  unstreitig  der  Fall  gewesen  wäre.  Der  Zinsfuss  im  Inlande  wird  unverändert ­
  bleiben,  im  Auslande  wird  derselbe  durch  das  Anlehen  gesteigert  Werden,
und  diese  Steigerung  wird  eben  die  Zuflüsse  der  ausländischen  Capitalien
hemmen.  Für  den  Erlös  des  Anlehenshetrages  wird  der  Staat  im  Auslande  entweder ­
  seinen  Kriegsbedarf  direct  eintauschen  und  überhaupt  eine  Nachti  age
nach  irgend  welchen  Erzeugnissen  im  Inlamle  nicht  hervorruten,  oder  er  wird
seinen  Kriegsbedarf  trotz  des  Anlehens  im  Inlande  aufbringen;  dann  aber  muss
die  Anlehenssumme  vom  Auslande  in  andern  Gütern  entrichtet  werden,  und
der  Steigerung  der  Frodaction  zu  unjwodiictivem  Kriegsgehrauch,  die  eine
Erhöhung  des  Zinsfusseshervorrufen  würde,  steht  ein  Nachlassen  der  Production
auf  anderen  Gebieten  gegenüber,  so  dass  das  Gleichgewicht  nicht  gestört  wird.
Emittirt  der  Staat  dagegen  Noten,  so  kann  er  hiefür  wieder  seinen
Kriegsbedarf  im  Auslande  kaufen  (d.  h.  er  wird  mit  den  Noten  zuerst  das
)letallgeld  und  mit  dem  Metallgelde  den  Kriegsbedarf  kaufen);  oder  er  kauft
den  Kriegsbedarf  im  Innern,  dann  werden  für  das  verdrängte  Metallgeld  anderweitige ­
  Güter  hereinströmen  und  abermals  wird  der  Steigerung  der  Production
zu  Kriegszwecken  ein  Nachlassen  derselben  auf  anderen  Gebieten  gegenüherstehen,
  die  Anforderungen  an  das  .arbeitende  Capitel  werden  sich  nicht  erhöhen, ­
  der  Zinsfuss  wird  der  nämliche  bleiben.  Ganz  dasselbe  gilt,  wenn  man
annimmt,  dass  es  nicht  unproductive,  sondern  productive  Zwecke  seien,  zu
denen  der  Staat  im  Wege  einer  Anleihe  oder  der  Notenemission  sich  das
Capital  verschaflen  will.  Haut  er  z.  H.  eine  Eisenbahn  ans  dem  Erlöse  eines
Anlehens,  so  wird  sich  der  Zinsfuss,  wenn  er  das  Anlehen  im  Auslande  aufnimmt, ­
  nicht  ändern,  und  ebensowenig,  wenn  er  die  Schienen  mit  dem  gegen
Noten  eingetauschten  Metallgelde  im  Auslande  bezahlt  oder  auch,  wenn  er  sie
gegen  seine  Noten  direct  im  Inlande  kauft,  da  in  diesem  Falle  für  das  frei
werdende  Metallgeld  andere  Güter  hereinströmen.  Bringt  er  dagegen  das  Anlehen ­
  im  Inlande  unter,  so  wird  er  allerdings  dadurch  den  Zinsfuss  erhöhen,
aber  dies  kann  ihm  nur  gelingen,  wenn  der  Zinsfuss  früher  mässiger  war  als
im  Auslande,  und  in  einem  solchen  Falle  würde  das  hetreIfende  Land  das  aus
der  Notenemission  freiwerdende  Metallgeld  nicht  zum  Einkäufe  von  Producteii,
sondern  zum  Einkäufe  von  Werthpa]deren  benützen,  der  Steigerung  der  Production ­
  aus  dem  erhöhten  Schienenhedarfe  stünde  keine  durch  die  Producteneinfuhr
  herheigeführte  Ermässigung  anderweitiger  Productionen  gegenüber  und
            
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