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Personentarife.
selben gelten für die Hinfahrt nur zu bestimmten ganz fi’ü^ ;
gebenden Zügen, auf der Kückfahrt zu allen, 3. Klasse,
führenden Zügen von einer bestimmten Stunde Naclnnü' ^
tags ab. Beibringung einer besonderen Legitimation '
für diese Billets nicht gefordert, weil man, wie die Lf' |
fahrung dies auch bestätigt, annimmt, dass die BeschräU' ,
kung der Hinfahrt auf bestimmte ganz früh gebende Zügß
ausreiche, um einen weiter gehenden Missbrauch zu verhüte»'.
Die Ileducirung der Zahl der Klassen auf 2 ist bei tlei ^
Midlandbahn Anfang 1875 in der Weise erfolgt, dass de» ¡
Coupés zweiter Classe die Einrichtung der ersten Classe g®'
geben und der Preis der ersten auf den bisherigen Preis dei ,
zweiten Classe herabgesetzt ist. Uebrigens laufen in de»;
meisten Zügen die Pullmann’schen sogenannten Palastwageib
oder Nachts Schlafwagen, so dass doch thatsächlich 3 Classe»
vorhanden sind. Die andern Eisenbahnen zeigen bis jet^^ ‘
noch keine Neigung dem Vorgehen der Midlandbahn 2»
folgen, welches auch im Publikum vielfach ungünstig beiü" j
theilt wird. Wie die Wirkung auf die Einnahmen der Mid' ■
landbahn gewesen ist, lässt sich nicht genau übersehe»' ^
Allerdings betrug ihre Einnahme aus dem Verkehr mit de»
Personenzügen in den ersten 5 Monaten 1875 136986-^d
gegen nur 12979360 Mark im gleichen Zeitraum des Mol ,
Jahrs : aber dies sind nicht blos die Personenfahrgeld»^ <
sondern die Erträge des ganzen Personenzugverkehrs, beso» ,
ders auch aus den parcels, und ausserdem waren 1875 ^
124 Kilometer mehr im Betriebe. Eerner ist zu erwäge»’ |
dass, so lange die concurrirenden Bahnen nicht in gleicii*^^
Weise Vorgehen, darin dass der Comfort der ersten Cl»ss^
tür den Preis der zweiten gewährt wird, ein wirksames
cprrenzmittel liegt. Bei allgemeiner Einführung hört dies»^ -
Vortheil auf, und dann dürfte doch ein erheblicher
nahmeausfall überall zu erwarten sein, wo die Frequenz
ersten Klasse vorher stärker war; dies trifft bei der Midl»»^
bahn zu, da dort 1874, ein in Deutschland nirgends