Full text: Die österreichisch-rumänische Zollfrage

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Roll, Die Thierseuchen, Wien 1881, S. 90) — im Jahre 
1878 lediglich durch Rinderpest 321.885 Rinder und 18.209 
Schafe. Innerhalb 1844—45 soll ihr dort gar eine Million 
Rinder zum Opfer gefallen sein. Von diesem permanenten 
Seuchenherd hat sich die Rinderpest auch stets nach 
Rumänien verbreitet, von dort und von Russland erfolgten 
dann immer die zahlreichen Invasionen nach Oesterreich- 
Ungarn, die nur darum localisirt wurden, weil ihnen in 
unserer Veterinärpflege ein stramm und pünktlich ab 
wehrender Organismus entgegentrat. Und doch hatte Gali 
zien während der Jahre 1868 — 1877 einen Verlust von 
über 25.000 Stück Rindern zu beklagen, während die 
ungarischen Verlustlisten für den Zeitraum 1861—1873 
gar die Zahl von 165.732 Rindern nachweisen. Es entspräche 
dies selbst bei niedrigster Schätzung einer Verringerung des 
Nationalvermögens um circa neun Millionen Gulden. 
Um diesen immerwährenden Einfällen der Rinderpest 
Einhalt zu thun, wurden seinerzeit längs der russisch 
rumänischen Grenze Contumazanstalten in bestimmten Ein 
bruchsstationen errichtet. 
Während Preussen damals schon eine beständige Vieh 
sperre gegenüber Russland aufrecht erhalten hatte, wollte 
Oesterreich sich mittelst dieser milderen Massregel schützen. 
Wie wir später genauer sehen werden, zeigten sich die 
Contumazanstalten, die Quarantaine, welche die Thiere 
dort zu halten hatten, als völlig unzureichend. Die 
Rinderpest kam nach wie vor zu uns, von Russland nach 
Galizien, von Rumänien nach Siebenbürgen und der Bukowina. 
In Oesterreich-Ungarn blieb die Lehre, die in dieser 
Thatsache lag, nicht unbeachtet: Die Grenzen gegen Rumänien 
und Russland wurden mit 1. Januar 1882 für Rinderimport 
völlig gesperrt. 
Die Wirkung dieser Massregel war, wie nachfolgende 
tabellarische Uebersicht zeigt, eine ganz éclatante. Die Rinder 
pestfälle sanken seit der vollständigen Sperre ebenso auf ein 
Minimum, wie die Kosten der Seuchentilgung.
	        
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