Full text : Die österreichisch-rumänische Zollfrage

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Eingangszoll  seitens  Oesterreich-Ungarns  belastet  werden
soll.  Wir  andererseits  hören  diese  Forderung  im  selben  Augenblicke, ­
  wo  die  Volksvertretung  beider  Reichshälften  eine
Gesetzvorlage  berathen  und  genehmigen  soll,  die  ganz  namhafte ­
  Schutzzölle  für  unser  Getreide,  Mehl  und  die  Mahlproducte
  verfügt.  Diese  Schutzzölle  können  füglich  nur
dann  im  Ernste  gemeint  sein,  wenn  man  sie  bei  den
Ländern  an  wendet,  die  wirklich  Getreide  nach
Oesterreich  exportiren.  Es  wäre  absurd,  sie  gegenüber
Deutschland  oder  Grossbritannien,  bekanntlich  regelmässigen
Getreide  Importländern,  anzuwenden.  Wenn  nun  Rumänien
das  Recht  der  Meistbegünstigung  auch  für  seinen  Getreideexport ­
  nach  Oesterreich  erhält,  so  würde  dies  die  Zollfreiheit ­
  bedingen,  da  wir  ja  in  Handelsverträge  mit  gewissen,
z.  B.  den  genannten  Ländern,  Getreidezölle  gar  nicht  aufzunehmen ­
  haben  werden.  Die  Absicht,  die  den  beantragten
Schutzzöllen  für  Getreide  zu  Grunde  liegt,  wäre  also  thatsachhch
  im  selben  Augenblicke,  wo  wir  Rumäniens  Forderung ­
  erfüllen,  vereitelt.  Diese  Schutzzollsätze  sollen  ja  nicht
blos  für  den  Fall  des  Zollkrieges  mit  einem  Staate  dienen,
sie  sind  vielmehr  bestimmt,  sich  dem  Organismus  der  staatlichen ­
  Schutzmassregeln,  die  im  Interesse  unserer  harr  bedrängten ­
  Landwirtschaft  bereits  getroffen  oder  erst  geplant
sind,  harmonisch  einzufügen.
Demgemäss  wird  es  nur  nöthig  sein,  diese  Schutzzölle
im  Allgemeinen  zu  motiviren.  Ist  dies  erfolgt,  dann  wird
man  auch  ihre  systematische  Anwendung  und  damit  auch
die  Abweisung  der  bezüglichen  Forderung  Rumäniens  verlangen ­
  können.
Wir  wollen  hier  nicht  auf  die  überseeische,  an  Gebiet
immer  mehr  zunehmende  Concurrenz  hindeuten.  Darüber
ist  bereits  so  viel  gesagt  und  geschrieben  worden,  dass  jedes
Wort  überflüssig  ist.
hassen  wir  vielmehr  die  Exportziffern  unseres  österreichisch-ungarischen ­
  Getreides  ins  Auge,  so  ergeben  sich
genug  Belege  für  die  Opportunität  der  neuen  Getreideschutz-
            
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