Full text : Die österreichisch-rumänische Zollfrage

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Und  wenn  selbst  keine  Zunahme  des  Getreideimportes
nach  Oesterreich-Ungarn  zu  verzeichnen  wäre,  so  müssten
wir  doch  aus  dem  rapiden  Sinken  unseres  Exportes
schliessen,  dass  der  Aussenhandel  unseres  Reiches  bezüglich
des  Getreides  eine  ganz  elementare  Veränderung  erfahren
hat,  sein  Charakter  ist  im  Zeiträume  kaum  eines  Decenniums
ein  ganz  anderer  geworden.
Das  Getreide,  das  früher  (bis  zur  Aera  der  Getreidezölle ­
  der  Nachbarstaaten)  nach  Oesterreich-Ungarn  importirt
wurde,  blieb  nicht  bei  uns,  unser  Getreideimport  war  in
den  früheren  Jahren  mehr  weniger  zugleich  auch  unser
Getreidetransit  und  ein  Theil  des  Transites  war  immer
identisch  mit  unserem  Import.  Jetzt  aber  hat  dieses  eingeführte ­
  Getreide  seinen  Transitcharakter  abgestreift,  es  kann
nicht  mehr  so  rentabel  exportirt  werden,  es  transitirt
darum  nicht  mehr,  sondern  es  bleibt  bei  uns.
Man  gibt  für  Zucker  und  Spiritus  Steuerrestitutionen,  falls
sie  exportirt  werden,  und  dieselben  bilden  bei  dem  jetzigen
Modus  ihrer  Ertheilung  eine  staatliche  Exportprämie.
Würde  Oesterreich-Ungarn  auf  den  Wunsch  Rumäniens  eingebpn,
  würde  rumänisches  Getreide  zollfrei  über  unsere
Grenze  treten  können,  so  wäre  damit  das  Widerspiel  der
Exportprämie  geschaffen:  Die  Importprämie!
Diese  „Importprämie”  für  das  ausländische  Getreide  bestände ­
  nicht  etwa  in  einer  vom  Staatsschätze  zu  leistenden
Zahlung,  sie  würde  vielmehr  direct  von  der  Bevölkerung
—  in  erster  Linie  von  den  landwirtschaftlichen  Gross-  und
Kleinunternehmern  —  bestritten  werden.  Wir  glauben,  diese
„Importprämie”  würde,  so  gross  auch  die  Beträge  der
Exportprämien  waren  oder  noch  sein  werden,  von  weit
empfindlicheren  Folgen  für  den  Wohlstand  der  Bevölkerung
Oesterreich-Ungarns  sein,  als  jene  Steuerrestitutionen  für
den  Staatssäckel!
Im  Bisherigen  haben  wir  ausführlich  dargelegt,  warum
wir  beide  Forderungen  Rumäniens  für  indiscutabel  halten.
Wir  protestirten  gegen  den  Wunsch  nach  Wiedereröffnung
            
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