Contents: Theoretische Sozialökonomie

8 19. Die Produktionsfaktoren und die Unternehmertätigkeit, 153 
erst durch eine eingehende Analyse klar gemacht werden muß. Dem- 
gemäß werden wir auch unsere Untersuchungen mit dem Kapital be- 
ginnen, um uns danach der Behandlung der übrigen Produktionsfaktoren 
zuzuwenden. Die Ordnung wird dabei von der Notwendigkeit, die 
theoretischen Schwierigkeiten in einer bestimmten Folge zu behandeln, 
gegeben. 
Die Aufgabe, die Produktion in Übereinstimmung mit den An- 
sprüchen der Konsumenten zu leiten, fällt in unserer bestehenden Wirt- 
schaftsordnung hauptsächlich den Unternehmern zu. Diese Aufgabe 
ist durchaus nicht so einfach, wie sie sich Anhänger einer sozialistischen 
Wirtschaftsordnung vorstellen. Diese wähnen oft, die Bedürfnisse 
brauchten nur im voraus statistisch ermittelt und dann könne die 
ganze Produktion nach diesen statistischen Daten autoritativ geregelt 
werden. Eine solche Behandlung der Konsumenten würde jedoch in 
einem nicht unwesentlichen Teile einer Aufhebung der für die Tausch- 
wirtschaft charakteristischen Freiheit der Konsumtion gleichkommen. 
Denn die Konsumenten haben Anspruch darauf, sich diese Freiheit 
noch bis zum letzten Augenblick zu wahren. 
Die Schwierigkeit des Problems besteht eben darin, daß die stets 
wechselnden, im voraus nicht mit Sicherheit zu bestimmenden An- 
sprüche der Konsumenten bei ebenfalls stets wechselnden Produktions- 
methoden und Produktionsbedingungen befriedigt werden müssen. 
Diese Aufgabe wird tatsächlich — natürlich in einer mehr oder wenigerun- 
vollkommenen Weise — von einer Menge unabhängiger Unternehmer, von 
denen jeder im wesentlichen nur seine eigenen Interessen verfolgt,gelöst. 
Die allgemeine Erklärung der Möglichkeit einer solchen Lösung des 
Problems liegt darin, daß jede Gelegenheit, wo ein zahlungskräftiges 
Bedürfnis unbefriedigt gelassen ist, oder unvollständig, oder nur zu 
abnorm hohen Preisen befriedigt wird, also jede Gelegenheit, wo das 
Problem der wirtschaftlichen Leitung der tauschwirtschaftlichen Pro- 
duktion nicht in befriedigender Weise gelöst ist, auch im allgemeinen 
durch die Möglichkeit eines besonderen Gewinnes Unternehmer zu 
besserer Befriedigung des betreffenden Bedürfnisses anlockt, wodurch 
die Leitung der Produktion immer vollendeter wird. Der Unternehmer 
greift nicht nur da ein, wo etwas für die unmittelbare Bedürfnis- 
befriedigung der Konsumenten zu tun ist, sondern überall, wo der in 
tausend Verschiedene Teilprozesse zerlegte Produktionsprozeß eine 
Lücke zeigt, die noch Platz für eine Unternehmertätigkeit bietet. 
Dadurch werden auch alle diese Teilprozesse zu einem einheitlichen, 
die gesamte tauschwirtschaftliche Bedürfnisbefriedigung umfassenden 
Produktionsprozeß verbunden. 
Der Maßstab, nach dem beurteilt werden kann, welche Verwendung 
den verschiedenen Produktionsmitteln gegeben werden soll, ist, wie
	        
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