Full text : Schutz dem Arbeiter!

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werthe  mißbräuchliche  Ausdehnung  der  Arbeitszeit  weit  über  das
normale  Maß  hinaus  üblich  ist.  Unsere  Schlußfolgerung  ist  eine  andere,
wie  die  des  Herrn  Baumbach  und  des  „Centralverbandes  deutscher  Industrieller". ­

Wir  sagen:  Was  in  Berlin,  Bremen  und  Hamburg  re.,  Dank
der  freien  Initiative  und  Einsicht  der  Arbeitgeber  und  Arbeiter,  wirklich
geworden,  kann  auch  in  den  übrigen  Theilen  Deutschlands  nicht
unmöglich  sein,  und  ist  es  Aufgabe  der  Gesetzgebung,  dieser  Entwickelung ­
  die  Wege  zu  bahnen,  dieselbe  zu  beschleunigen.  Anders
ausgedrückt:  Aufgabe  der  Gesetzgebung  ist  es,  das,  was  bereits  nach  den
Erfahrungen  und  entsprechend  den  Anforderungen  der  Cultur  als  Regel
sich  herausgebildet  hat.  nun  als  dauernde  Errungenschaft  festzulegen
und  zu  einem  Gemeingut  der  Nation  zumachen;  Aufgabe  der  Gesetzgebung ­
  ist  es:  die  Vergünstigungen,  welche  wohlwollende  und  cinsi ­
  ch  ts  volle  Arb  eitgeb  er  schon  von  selbst  gewährten,  die  organisirten,
  ihres  Rechtes  sich  bewußten  Arbeiter  sich  in  Strikes  re.  erkämpften, ­
  auch  den  weniger  wohlwollenden  Arbeitgebern  aufzulegen, ­
  den  friedlicher  gesinnten  oder  schwächer»  Arbeitern  zu  sichern-Jedenfalls
  ist  der  Weg  der  Gesetzgebung  dem  der  Strikes  und  der
Straßenkämpfe  vorzuziehen.  Wir  möchten  es  fast  als  frevelhaft  bezeichnen. ­
  wenn  man  die  Arbeiter  auf  die  Coalitionsfreiheit  und
Strikes  verweist,  wo  der  friedliche  Weg  der  Gesetzgebung  ebenso  und
sicherer  zum  Ziele  führt.  Unbegreiflich  ist  es  vollends,  wie  sogar  Arbeitgeber ­
  mit  solchem  Hinweis  den  Forderungen  der  Humanität  ans  dein
Wege  zu  gehen  suchen.
Die  großen,  mächtigen  Arbeiter-Coalitionen  (Gewerkvereine)  in  England ­
  und  America  halten  eine  gesetzliche  Regelung  nicht  nur  für  nicht
überflüssig,  sondern  appelliren  mit  allem  Nachdruck  an  die  Gesetz"
gebung.  Erscheint  es  da  fast  nicht  als  Hohn,  wenn  man  unsere  Arbeiter, ­
  die  noch  jeder  durchgreifenden  Organisation  entbehren,  auf  die
„Selbsthülfe"  verweisen  wollte?  Denn  was  wollen  unsere  Gewerk-  und
Fach-Vereine  —  künstliche  Parteischöpfnngen  fortschrittlicher  und  socialdemokratischer ­
  Dependenz  mit  kaum  je  500,000  Mitgliedern  —  bedeuten.
Können  die  als  „Organisation  unseres  deutschen  Arbeiterstandes"  gelten,
um  den  Kampf  gegen  die  Arbeitgeber  mit  Erfolg  aufzunehmen?
Nicht  „Normal"-,  sondern  „Maximal"-Arbeitstag.
Je  nach  der  Industrie,  der  Art  und  dwr  Jntensivität  der  Arbeit,  den
technischen  Einrichtungen,  je  nach  den  gesundheitlichen  und  sittlichen  ß ü ''
ständen  der  Arbeiter,  nach  dem  Stande  der  Cultur  und  der  politisch^
            
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