Full text : Schutz dem Arbeiter!

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bec  Feiertage  der  einzelnen  (Konfessionen  für  berechtigt  und  nothwendig,
^  sie  anderseits  als  außerordentliche  Unterbrechungen  (Ruhetage)
ber  Arbeitswoche  dem  Arbeiter  gewiß  um  so  mehr  zu  gönnen  sind,  als
UM  der  steigenden  Verwendung  der  Maschinen  und  der  wachsenden
^rbeitstheilung  die  Arbeit  immer  intensiver,  die  Leistungen  immer  höher
werden.
Der  Sonntag  ist  vor  allem  der  schon  durch  die  Natur  geforderte
àhetag  —  auch  abgesehen  von  den  religiösen  Gesichtspunkten.
^  e  Sonntagsarbeit  ist  „Raubbau",  geht  auf  Kosten  der  Gesundheit, ­
  der  Arbeitskraft.  Der  Arbeiter  hält  die  ununterbrochen
bauernde  Arbeit  nicht  aus,  muß  vor  der  Zeit  siech,  krank,  invalide  werben.
  Das  ist  die  übereinstimmende  Ansicht  wohl  aller  Aerzte,  die  sich
äa  der  Frage  geäußert  haben.  Die  Arbeitskraft  ist  das  einzige  Capital
es  Arbeiters,  ist  zugleich  der  wichtigste  Factor  der  nationalen  Production,
^as  Volk  wird  auf  die  Dauer  auch  den  Weltmarkt  beherrschen,
welches  über  die  tüchtigsten  Arbeitskräfte  verfügt.  Die  Vortheile  bezüglich
ber  Maschinen  und  des  Capitals  werden  sich  immer  mehr  ausgleichen,  —
w  Arbeiter  werden  den  Sieg  entscheiden.  Mit  einer  physisch  zer-^ltteten
  Arbeiterschaft  kann  aber  der  Handelsminister  eben  so  wenig
^lege  erringen,  wie  der  Kriegsminister.
Uebrigens:  sind  Zufriedenheit  und  freudiges  Streben  nicht  auch
^scheidende  Factoren?  Muß  aber  nicht  Gährung  und  Klassenhaß  in
e . m  Herzen  des  Arbeiters  aufsteigen,  wenn  er  ohne  Grund  genöthigt
wrd,  im  Arbeitskittel  zur  Fabrik  zu  gehen,  während  seine  Mitbürger
w  Sonntagskleid  zur  Kirche  wandern,  der  Sonntagsweihe  und  der
ì  ountagsfreude  mit  ihrer  Familie  genießen!  Wenn  das  die  Frucht  der
Mächtigen  Fortschritte  in  Technik  und  Production  sein  soll,  daß
br  Arbeiter  nun  auch  noch  am  Sonntag  im  Joch  der  Arbeit  marlhiren
  soll,  —  wahrlich,  es  wäre  ein  Hohn  auf  die  „Cultur"  des  neun-°")uten
  Jahrhunderts,  wir  müßten  für  diese  „Cultur"  fürchten!
i  Dazu  kommt  aber  ein  noch  viel  wichtigeres  Moment.  Bei  der
^tionalen  Production  wirken  auch  geistige,  sittliche  Factoren
^scheidend  mit  —  Factoren,  die  man  nicht  zählen  und  wägen  kann,
.lud  denn  Religiosität  und  Glaube  nicht  auch  Wirt  h  schaftli  ch  e
uctoren,  welche  die  materielle  wie  geistige  Cultur  entscheidend  beeinìlssen?
  Was  ist  denn  aus  den  wirtschaftlich  so  hoch  entwickelten
Ludern:  Kleinasien,  Africa,  Griechenland,  Sicilien  geworden?
fallt."  Daß  der  Referent  der  Versammlung  bei  solchem  Maßstabe  (Reducirung  des
kist  lìchen  Sonntags  um  50°/°!)  auch  in  Beurtheilung  der  thatsächlichen  Mißstände  zu
^  andern  Resultat  kam,  wie  wir,  ist  selbstverständlich.
            
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