Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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nehmerthätigkeit,  sondern  begnügt  sich  mit  einer  strengen  Teilung
der  Einkommensarten.  ”
Ihm  gingen  Storch  ’)  und  einige  deutsche  Schriftsteller  voraus, ­
  welche  die  strenge  Trennung  in  der  Güterverteilung  und  den
historischen  Standpunkt  gemeinsam  haben,  ohne  unter  den  Faktoren,
welche  zum  Unteruehmergewinn  beitragen,  auf  die  eigentliche  ünternehmerthätigkeit
  ein  besonderes  Gewicht  zu  legen.
Schön  )  sagt,  dass  der  ünternehmergewinn  jene  Quote  des
Unternehmers  sei,  welche  der  Überschuss  des  Produktionspreises
über  die  Preise  der  Arbeit,  Grund-  und  Kapitalnutzung  nach  Ersatz
des  umlaufenden  Kapitales  ist.  Er  trennt  den  Unternehmergewinn
von  Grundrente,  Arbeitslohn  und  Kapitalzins,  seine  Theorie  hat  also
mit  der  Courcelle-Seneuil’s  viel  Verwandtschaft  mit  dem  Unterschiede, ­
  dass  er  eben  die  Grundrente  als  eine  eigene  Einkommensart ­
  auffasst.
IliedeF)  führt  aus,  dass  der  ursprüngliche  Erwerb  lediglich
von  der  Klasse  der  Unternehmer  gemacht  wurde.  Im  Gewinne  des
Unternehmers  erschienen  alle  anderen  für  Benützung  ihrer  Produktionsmitteln ­
  zu  machenden  Ausgaben  als  Kosten  ;  er  sei  jener  Gewinn, ­
  welcher  dem  Unternehmer  lediglich  in  der  besonderen  Eigenschaft ­
  zufällt,  durch  welche  er  sich  eben  als  Unternehmer  auszeichnet. ­
  Riedel  hat  die  volle  Wahrheit  gefunden.  Seine  Theorie  ist
als  empirische  Schlussfolgerung  doch  ein  Satz  von  exakter  Wahrheit ­
  und  zwar  darum,  weil  er  nicht  durch  das  Bemühen  zu  atomisieren
  von  der  Hauptsache  abgelenkt  worden  ist.
Eine  Reihe  deutscher  Schriftsteller  folgen  dieser  Theorie,  nur
dass  sie  einen  ganz  besonderen,  einen  tendenziösen  Nachdruck  auf
die  »Unternehmerarbeita  legen,  jene  moralische  Thätigkeit,  welche
im  Begriffe  des  Unternehmens  enthalten  ist.
LotzÜ  kennt  neben  dem  Lohne  für  die  Leitung  eines  Unternehmens ­
  noch  den  eigentlichen  Unternehmergewinn.  Er  führt  aus,
dass  sich  ein  Teil  der  Arbeitslöhne,  oder  das,  was  der  Unternehmer
weniger  an  Arbeitslöhnen  ausgezahlt  hat,  als  der  Wert  der  Arbeit
ist,  im  Unternehmergewinne  befände;  obgleich  er  also  seine  Theorie
*)  Handbuch  der  Nationalwirtschaftslehre,  aus  dein  Französ.  von  Rau
(Hamburg  1819).
')  Neue  Untersuchungen  der  Nationalökonomie  und  der  natürlichen  Wirtschaftsordnung ­
  (Stuttgart  1815).
®)  Nationalökomie  (1839).
b  Handbuch  der  Staatswirtschaftslehre  (Erlangen  1837).
            
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