Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

VIII.  Capitel,
Im  Hafen  von  Philadelphia  und  dem  Kohlen
hecken  von  Pennsylvanien.

Unsere  Expedition  besichtigte  am  14.  März  1881  den  grössten
Kohlenverschiffungs-Hafen  der  Welt  unter  der  lehrreichen
Führung  des  Chef-Ingenieurs  der  Philadelphia-  und  Reading-Eisenbahngesellschaft,
  Herrn  Lorenz,  eines  geborenen  Deutschen,
dem  uns  der  Präsident  derselben,  Herr  Gowen,  welchen  wir
an  Bord  der  „Britannic“  kennen  gelernt  hatten  und  der  uns
mit  einer  wahrhaft  seltenen  Liebenswürdigkeit  in  Philadelphia
entgegenkam,  anvertraut  hatte.
Die  gedachte  Gesellschaft  besitzt  am  Ufer  des  Delaware
ein  sehr  ausgedehntes  Terrain,  wovon  erst  ein  Theil  geschäftlich ­
  benützt  wird,  und  zwar  sind  auf  diesem  Theile  21  Molos
—  Piers  genannt  —  zum  Verschiffen  von  Kohlen,  ein  Getreide-Elevator
  und  eine  Anstalt  zum  Baue  eiserner  Schiffe  errichtet.
Die  Schilderung  der  Pläne,  die  man  für  die  nächsten  Jahre
mit  dem  noch  unbebauten  Theile  dieser  Uferstrecke  vorhat,
machte  auf  uns  keinen  erfreulichen  Eindruck,  da  sich  darunter
die  Erbauung  von  noch  drei  und  noch  dazu  grösseren  Elevatoren ­
  befand,  als  jener  ist,  den  wir  fast  vollendet  vorfanden.
Je  mehr  solche  Elevatoren  dort  entstehen,  desto  billiger  werden ­
  sie  arbeiten,  obschon  sie  jetzt  bereits  —  fast  umsonst  zu
benützen  sind.
Der  Anblick,  den  die  Gesammtanlage  des  Kohlenverschiffungsplatzes ­
  bietet,  ist  ein  wahrhaft  grossartiger.  Von
dem  Hauptbahnkörper  zweigen  sich  Schienenstränge  fächerförmig ­
  ab,  welche  auf  die  einzelnen  Molos  ausmünden.  Wie
die  ausgespreizten  Finger  einer  flach  auf  dem  Tische  liegen-
            
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