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dürften Vieh und frisches Fleich aus Texas sehr bald ebenfalls
über New-Orleans nach Europa gelangen. Der Handel
nimmt, seit 1879 die Jetties und 1880 die erste Eisenbahn nach
Südtexas (Houston) fertig wurden, einen rapiden Aufschwung
und wird sich noch erheblich vermehren, zumal eine zweite
Hahn nach Nordtexas im nächsten Jahre vollendet wurde,
dieses Land aber jetzt sehr schnell von neuen Ansiedlern, deren
viele aus Deutschland und Böhmen stammen, in Anbau genommen
wird. New-Orleans ist der einzige Unionshafen am
Golf, welcher für tiefgehende Seeschiffe zugänglich ist, doch
arbeitet man daran, auch Galveston zu einem solchen zu
machen.
Die Bevölkerung von New-Orleans ist sehr gemischt; fast
die Hälfte ist schwarz oder farbig. Die ältesten weissen Einwohner
sind Creolen, französischer und spanischer Abkunft.
Sie wohnen in einem besonderen, dem ärmeren Stadttheile.
Sie erholen sich langsam von dem harten Schlage, den ihr
früherer Reichthum durch den unglücklichen Krieg erhalten.
Viele Deutsche sind neuerlich eingewandert und betreiben
Geschäfte aller Art. Yankees und Engländer wandern jetzt
fortwährend zu, bringen viel Capital mit und beherrschen
Schon den grossen Handel der Stadt, haben aber dem gesellschaftlichen
Leben derselben noch nicht seine angenehme
Griginalität nehmen können. Noch ist New-Orleans eine heitere
französisch-deutsche Stadt. Der letztere Zusatz zeigt sich
besonders in den Biergärten, den Liedertafeln und musikalischen
Genüssen im Freien, Dinge, die in Philadelphia unerhört sein
würden.
Es ist eine heitere und sehr angenehme Stadt, welche
^em Fremden durch die grosse Gastfreundschaft der Einwohner
•^och theurer wird.
Der k. und k. Consul, Frhr. v. Meysenbug, betrachtete
^is während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes in New-Grleans
als seine Gäste.
Wir studirten emsig die Handelsverhältnisse von New-Grleans,
wie sie sich seit Vertiefung der Flussmündung günstig