Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

XVII.  Capitel.
Texas.
Ueber  ein  Land,  das  so  gross  ist,  wie  Deutschland,  Dänemark, ­
  Holland,  Belgien  und  die  doppelte  Schweiz,  nämlich
274.356  englische  Quadratmeilen,  dabei  keinerlei  Gebirge  besitzt ­
  und  überall,  entweder  für  Ackerbau  oder  Viehzucht  geeignet ­
  ist,  dabei  jedoch  nur  ein  und  eine  halbe  Million  Einwohner ­
  hat,  könnte  man  Bände  schreiben;  ich  muss  mich  mit
einem  kurzen  Capitel  begnügen,  habe  auch  nur  einen  kleinen
Theil  des  Landes,  entlang  der  Bahn  von  New-Orleans  nach
San  Antonio  und  von  hier  über  Austin  und  Dallas  nach  Norden, ­
  bis  an  das  Indianer  Territorium,  gesehen,  dazu  einige
Ausflüge  von  San  Antonio  gemacht.
Texas  ist  eine,  bis  zu  5000  Kuss  im  Nordwesten  hohe
Ebene,  welche  ziemlich  schnell  nach  Süden  und  Osten  sich
senkt  und  an  der  Küste,  60  bis  80  Meilen  breit,  wenig  über
den  Meeresspiegel  emporragt.  Diese  Lage  gestattet  den  Seewinden, ­
  tief  in  das  Land  einzudringen  und  auf  die  Temperatur
desselben  mässigend  einzuwirken,  so  dass  die  Hitze  nirgends
so  gross  ist,  als  man  es  der  südlichen  Lage  nach  annehmen
sollte.  Im  Winter  hat  man  selten  Frost  und  Schnee  im  Norden ­
  und  in  Centraltexas,  im  Süden  fast  nie.  Das  Klima  in
den  Flussniederungen  am  Golf  ist  ungesund  und  Fieber  herrschen. ­
  Von  der  Breite  San  Antonios  ab  nach  Norden  aber
wird  es  sehr  gesund  und  auch  angenehm,  so  zwar,  dass  die
hügelige  Gegend  nördlich  jener  Stadt  von  Brustkranken  als
Aufenthalt  gewählt  wird.  Der  Regenfall  ist  im  Nordwesten
spärlich,  in  Mittel-  und  Osttexas  aber  ausreichend  und  in  Südtexas ­
  reichlich.  Zahlreiche  Flüsse  und  Bäche  bewässern  das
            
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