3o8
Aufnahme der Auswanderer zu treffen und die Verwaltung
der Ansiedelungen vorläufig einzurichten.
Der Verein wird drei Percent seiner Einnahme dazu verwenden,
um dürftigen Auswanderern die Ueberfahrt und Ansiedelung
zu erleichtern. Vorläufig jedoch und bis er diese
Absicht zu verwirklichen im Stande ist, kann die Niederlassung
in der Colonie nur Denjenigen zugestanden werden, welche
die unumgänglich erforderlichen Geldmittel besitzen.
Der unverheirathete Einwanderer bedarf wenigstens ein
Capital von 300 Gulden.
Das Haupt einer nicht zahlreichen Familie ein Capital von
600 Gulden.
Um aber auch einer wenn gleich nur kleinen Anzahl von
ärmeren Familien sogleich die Ansiedelung möglich zu machen,
wird der Verein — indem er glaubt, den edlen Gesinnungen, die
man ihm bereits zu erkennen gegeben, dadurch am besten
entgegen zu kommen — eine Liste zu freiwilliger Unterzeichnung
eröffnen, deren Ertrag ausschliesslich zu diesem Zwecke
bestimmt ist. Jährlich sollen sodann die Beiträge und deren
Verwendung, so wie die Namen der V ohlthäter in den g®
lesensten Blättern Deutschlands bekannt gemacht werden.
Wenn der Verein auf diese Weise, so viel in seinen
Kräften steht, dem Unternehmen einen glücklichen Erfolg zu
sichern bemüht ist, so beruht doch das Gelingen am meisten
auf der ernsten, unverdrossenen Thätigkeit der Auswanderer
selbst. Das neue Vaterland jenseits des Oceans wird nur dann
gedeihlich emporblühen, wenn die Deutschen auch dort sic
bewähren, wie sie stets in der Heimath waren: arbeitsam, be
harrlich, treu der guten Sitte und dem Gesetze. Darf der
Verein auch hieran nicht zweifeln, so wird er doch, um nicht
(Jas Wohl und Wehe deutscher Landsleute den Zufälligkeiten
eines Versuches preiszugeben, im Laufe dieses Jahres fnf®
erste nur ein Hundert und fünfzig Familien zur Uebersiedelung
zulassen und erst dann, wenn diese eine wohlgesicherte Nic
derlassung gegründet haben, einer weiteren Auswanderung
mit Rath und That anhanden gehen.