Full text: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

352 
wird der eintrocknende Einfluss des Windes geschwächt, 
ein reichlicher feuchter Niederschlag erzeugt und der Regen 
dringt weiter nach Westen vor, den Ackerbau daselbst 
ermöglichend. Vor den Ansiedelungen, nach Westen hin, 
sieht man diese Veränderung, indem langsam das etwa drei 
Zoll hohe graue Büffelgras, das alle trocknen Prairien am 
Abhange des Felsengebirges auszeichnet, und auch das etwas 
längere Grammagras höherem und dichterem blauem Grase 
Platz macht. Die Staatsregierung von Kansas könnte sich die 
in manchen europäischen Staaten geltende Vorsicht aneignen, 
wonach jeder Grundbesitzer gezwungen ist, an den Wegen, 
die seinen Besitz durchschneiden, Bäume in gewissem Ab 
stande zu pflanzen. Auch dürfte man die zwar schnell wachsende, 
aber den Boden rund umher aussaugende und schlechtes Holz 
liefernde Pappel bald durch andere Bäume ersetzen, namentlich 
durch die so gut gedeihenden Obstbäume, Im Ganzen aber 
muss man sagen, dass das Klima von Kansas mit dem Anbau 
des Landes dem Ackerbau günstiger wird und die Ackerbau 
grenze sich langsam nach Westen vorschiebt. Sie mag jetzt 
in der Grenze von Dodge City liegen. Darüber hinaus nach 
Westen ist der Ackerbau nur mittelst künstlicher Bewässerung 
möglich. Wir sehen die Anfänge derselben bei Garden City» 
400 Meilen von Atchinson, 68 Meilen von der Grenze von 
Colorado, Um Ellinwood, 260 Meilen von Atchinson, war 
der Ackerbau noch ohne Bew ässerung in blühendem Zustande. 
Der hundertste Meridian, unter dem Dodge City hegt, 
wird im Grossen als jene Grenze bezeichnet werden können, 
westlich von welcher im ganzen „fernen West“ Ackerbau nur 
mittelst künstlicher Bewässerung möglich ist. Der Boden ist 
hier überall fast zu reich an zersetzten oder leicht zersetzbaren 
mineralischen Bestandtheilen, so dass, wenn er bewässert wird» 
er sicherere und reichlichere Ernten bringt als in den mehr 
nach Osten liegenden Theilen dieser Ebene. An einige^ 
Stellen haben wir, als Ausnahme, dürftiges Getreide auf be 
wässerten Gründen gefunden — nicht in Kansas. Wir haben 
eine nicht genügende Bodenbeackerung, seichtes Pflügen, sel 
tenes Pflügen, wodurch der Acker verunkrautet, hauptsächlich
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.