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wird der eintrocknende Einfluss des Windes geschwächt,
ein reichlicher feuchter Niederschlag erzeugt und der Regen
dringt weiter nach Westen vor, den Ackerbau daselbst
ermöglichend. Vor den Ansiedelungen, nach Westen hin,
sieht man diese Veränderung, indem langsam das etwa drei
Zoll hohe graue Büffelgras, das alle trocknen Prairien am
Abhange des Felsengebirges auszeichnet, und auch das etwas
längere Grammagras höherem und dichterem blauem Grase
Platz macht. Die Staatsregierung von Kansas könnte sich die
in manchen europäischen Staaten geltende Vorsicht aneignen,
wonach jeder Grundbesitzer gezwungen ist, an den Wegen,
die seinen Besitz durchschneiden, Bäume in gewissem Ab
stande zu pflanzen. Auch dürfte man die zwar schnell wachsende,
aber den Boden rund umher aussaugende und schlechtes Holz
liefernde Pappel bald durch andere Bäume ersetzen, namentlich
durch die so gut gedeihenden Obstbäume, Im Ganzen aber
muss man sagen, dass das Klima von Kansas mit dem Anbau
des Landes dem Ackerbau günstiger wird und die Ackerbau
grenze sich langsam nach Westen vorschiebt. Sie mag jetzt
in der Grenze von Dodge City liegen. Darüber hinaus nach
Westen ist der Ackerbau nur mittelst künstlicher Bewässerung
möglich. Wir sehen die Anfänge derselben bei Garden City»
400 Meilen von Atchinson, 68 Meilen von der Grenze von
Colorado, Um Ellinwood, 260 Meilen von Atchinson, war
der Ackerbau noch ohne Bew ässerung in blühendem Zustande.
Der hundertste Meridian, unter dem Dodge City hegt,
wird im Grossen als jene Grenze bezeichnet werden können,
westlich von welcher im ganzen „fernen West“ Ackerbau nur
mittelst künstlicher Bewässerung möglich ist. Der Boden ist
hier überall fast zu reich an zersetzten oder leicht zersetzbaren
mineralischen Bestandtheilen, so dass, wenn er bewässert wird»
er sicherere und reichlichere Ernten bringt als in den mehr
nach Osten liegenden Theilen dieser Ebene. An einige^
Stellen haben wir, als Ausnahme, dürftiges Getreide auf be
wässerten Gründen gefunden — nicht in Kansas. Wir haben
eine nicht genügende Bodenbeackerung, seichtes Pflügen, sel
tenes Pflügen, wodurch der Acker verunkrautet, hauptsächlich