Full text: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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vorgekommen waren, hier aber natürlich besser gediehen. 
Einige gleichen Trauerweiden, andere haben schilfartige, noch 
andere Blätter wie die Fettpflanzen, welche wir auf sandigem 
Boden kennen, alle aber strotzen in üppiger Blatt- und Farben 
pracht. 
Auf dem Coloradoflusse lag einer jener grossen amerika 
nischen Dampfer, die wir auf dem Mississippi kennen gelernt 
hatten. Dieser Fluss ist bei hohem Wasserstande bis Callville, 
circa 650 Meilen oberhalb Yuma, und regelmässig bis El 
Dorado Canyon, 365 Meilen oberhalb Yuma, schiffbar. 
In Yuma sahen wir einige Indianer, die von sehr schönem 
Körperbaue, höherem Wüchse als jene in Taos und einer ge 
wissen natürlichen Würde in der Haltung waren, die letzten 
Indianer auf der Reise bis zur Südsee. Wegen der grossen 
Hitze sind sie fast nackt und gehen Sommer und Winter in 
einer sehr kurzen Schwimmhose umher, tragen aber eine Decke 
über die Schulter gehängt, in welche sie sich Nachts hüllen. 
Viele wohnen hier friedlich und ackerbautreibend. Andere im 
Gilathale. Die Indianer sterben allmählich aus. Im Jahre 1870 
taxirte man ihre Zahl noch auf 350.000, im Jahre 1880 nur noch 
auf 246.000, wovon 60- bis 75.000 allein in dem grossen In 
dianer-Territorium zwischen Texas und Kansas. Civilisirte 
Indianer, die sich mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigen, 
gab es 1870 nur 25.731, im Jahre 1880 schon 66.407; die 
Civilisation derselben macht also doch einige Fortschritte. Von 
diesen wohnten 3.493 in Arizona, 16.277 i" Californien, 7.249 
in Michigan, 2.300 in Minnesota, 2.800 in Nevada, 9.772 in Neu- 
Mexico, 1.694 in Oregon, 4.405 in Washington, 3.161 in Wis 
consin. Wie viele in Florida wohnen, ist unbekannt. Aus 
den Grenzländern der Republik Mexico ziehen sie oft in dieses 
Land, wo es ihrer noch mehrere giebt. Die Unionsregierung 
giebt einigen Stämmen Provisionen und verwaltet ihre Reser 
vationen. Die Ausgabe hierfür betrug 1881 =6.514.161 Doll, 
und hat von 1789 bis 1881 betragen 193.6 Mill. Doll. — wo 
von ein grosser Theil in die Taschen betrügerischer Agenten 
der Regierung geflossen ist. 
Nicht weit vom Gilathale südlich, in der hier nur wenige
	        
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