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Ausser Weizenbau und Viehzucht betreibt man in Cahfornien
einen sich stetig entwickelnden Obstbau. Californische
Orangen, Aepfel, Birnen, Pfirsiche und Trauben werden in
alle grossen Städte der Union exportirt. Allein der Weinbau
bringt nicht nur das meiste Geld, sondern bedroht auch schon
den europäischen, weil seit einigen Jahren viel Wein nach
Frankreich zum Mischen mit französischem, und sogar nach
Deutschland exportirt wird.
Die Union exportirte im Fiscal]ahre 1881 22.6 Millionen
Ibs. trockene und 3 Millionen Ibs. frische Aepfel im Werthe
von 3.548.000 Dollars, dazu Büchsenobst im Werthe von
893.000 Dollars, Wein 1880 = 154.887 Gallonen im Werthe
von 123.000 Dollars.
Am IO. Juni 1882 fand eine Auction californischer Weine
in Mainz statt, bei der folgende Preise erzielt wurden: Die
Weine wurden mit Fass und nach deren.Inhalt versteigert,
die Gebote erfolgten jedoch per 100 Liter. Die Rothweine
erzielten 1878er (Zinfandel) 17 und 23 Mark, 1876er 8 und
9 Mark, 1878er 20, 21 und 24 Mark, 1876er 18, 20, 21 und
24 Mark. Die Weissweine kosten: Riesling 29, 30 und
43 Mark, Mission 30 Mark, französischer Château d’Yquem
brachte 35, 36 und 41 Mark, Muskateller (dry) 31, 36 und
53 Mark. Californischer Muskateller (dry) 36 Mark. Süsser
Muskateller 80, 81, 105 und 116 Mark, süsser californischer
Muskateller 150 und 151 Mark. Ung. Tokay er 123 und
130 Mark. Californischer Tokay er 170 Mark per 100 Liter.
Dabei haben die Käufer noch einen Zoll von 30 Mark per
100 Liter zu bezahlen.
Die Weine stammten von der Sendung der Barke ,,Stella/'
wovon 54 Fass nach Mainz geschickt wurden. Dieselben
fanden Beifall, auch legte man grossen Werth darauf, dass
die süssen Weine, trotz der langen Reise sich schön hell erhalten
haben.
Der Weinbau in Californien ist wohl schon 130 Jahre
alt, da schon Mitte des letzten Jahrhunderts katholische Missionäre
und Mönche, besonders spanische, ihre heimathlichen
Trauben dort anbauten, aber die intelligente Cultur der Reben