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8ooo Bushel fassen, überladen und auf dem Erie-Canal nach
New-York gebracht.
lieber den Transport via St. Louis-New-Orleans und über
den Weiland-Canal und Montreal berichte ich später. Da
man die atlantischen Städte zum Hauptsitze des Getreide
handels machte, musste man daselbst Lagerräumlichkeiten
schaffen, denn die Speculation bedarf der Zeit. Sie muss die
Waare zurückhalten und auch plötzlich auf den Markt werfen
können. Deshalb finden wir an allen Orten, wo ein grosser
effectiver Getreidehandel getrieben wird, grosse Speicher.
So in Danzig, Stettin, Marseille, Havre, Livrepool, London.
Nur Oesterreich hatte dergleichen in Triest und Fiume nicht in
ausreichendem Masse, weil hier nicht Händler, die selbst kaufen
und verkaufen, sondern Zwischenhändler und Agenten wohnen.
Erst seit i88i sind ausreichende Magazine in diesen Städten
gebaut worden.
Man baute also in den Hafenstädten der Union Elevatoren,
welche im Grunde nur Getreidespeicher mit besonders zweck
mässigen Einrichtungen zur billigen Manipulirung des Getreides
sind. Und zwar bauten nicht etwa die Getreidehändler
diese Speicher, wie dies überall in Europa bisher geschah,
sondern zuerst die Eisenbahngesellschaften, welche das
Getreide vom Westen in die Hafenstädte befördern.
New-York machte dan^it den Anfang. Vanderbilt, der
greise Eisenbahnkönig, der im Jahre 1880 mit Hinterlassung
eines Vermögens von übtr 100 Milionen Dollars starb, erbaute
vor sechs Jahren den ersten grossen stehenden Elevator in
New-York. Ein Beispiel, das nun die mit seiner Bahn con-
currirenden Bahngesellschaften befolgen mussten und befolgten.
Die Elevatoren von New-York konnten 1881 über 23 Millionen
Bushel Weizen lagern, jene von Chicago 22 Millionen Bushel.
Vanderbilt seinerseits war durch die Concurrenz der Erie-
Boote dazu gezwungen worden.
Diese Boote sind meist im Besitze eines Schiffers, dessen
ganzes Eigenthum das Boot bildet, und der mit seiner Familie
jahrein jahraus in der geräumigen Cajüte desselben wohnt.
Ich sah Hunderte derselben im Hafen von New-York über-