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dünner Hölzer und eiserner Bleche sind die Amerikaner
Meister,
Wir haben in jedem Elevator, sowie auch in jedem be
sichtigten Eisen- und Kohlenwerke originelle Maschinen und
practische, neue technische Einrichtungen gesehen, ich bin
jedoch zu wenig Fachmann, um sie angemessen darstellen zu
können. Dies gehört auch in Fachjournale. Allein es bestärkt
mich in der Idee, dass eine kluge europäische Regierung hier
einen Techniker beständig unterhalten sollte. Die Berichte,
^ Glche der ungarische Experte über Elevatoren gemacht hat, sind
durch die neuen, welche wir sahen, schon überholt und also ver
altet. Die Amerikaner sind so schnell bei ihren Verbesserungen
und Erfindungen bezüglich des Transportwesens, dass z. B. das
seiner Zeit ausgezeichnete Buch des fleissigen Franzosen Ronna,
der 1878 seine gründlichen Studien hier machte, schon fast
unbrauchbar geworden ist. . . . Trotzdem haben sich die
„N. Fr. Presse“, der „Fester Lloyd“, die Augsb. „Allg. Ztg.“
noch im inter 1880 daraus Auszüge von Dr, Max Wirth anfertigen
lassen, zur Zeit, als das Buch nur noch ein historisches Inter
esse hatte, und in der Berliner Presse, „Gcsellschaftsblätter“,
„Tageblatt“ etc., fing es gar erst Winter 1882/83 an, als neu
entdeckte Autorität, sogar über Heimstätten-Exemptionsgesetze,
citirt zu werden, die niemals darin gestanden haben!
Höchst fleissige Redactionen, diese Berliner!
Mitte März 1881, da der Eriecanal noch unpassirbar war, stand
Getreidefracht hoch, 28 Cents, Winter 1882/83 25 Cents per 100
englische Pfund von Chicago bis zum Meere, freilich nur 1.57 kr.
ö. W . für eine Strecke von ca. 9.60 englischen Meilen oder 1300
Kilometern. Indess ist dieses eine ausnahmsweise hohe
Fracht.
Im Allgemeinen hat sich die Getreidefracht sehr bedeutend
vermindert, wie dies aus folgender Uebersicht hervorgeht,
welche ich dem Jahresberichte der grossen Pennsylvania-Eisen
bahn entnommen. Diese Bahn verbindet Chicago und Phila
delphia, hat aber viele Nebenzweige und mithin viele Fracht
güter, die nicht den billigen Tarif geniessen, welchen Güter
auf der Hauptlinie haben, namentlich das aus dem Westen
kommende Getreide, für das sich also die Zahlen günstiger
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