fullscreen: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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sollten .sich nun noch solche wirtschaftspolitischer Art. Die Rottenmünster benach 
barte Gemeinde Schwenningen hegte für ihre Saline mit dem Erstehen des be 
nachbarten Konkurrenzwerkes wirtschaftliche Bedenken, welche die Gemeinde in 
einer Bittschrift niederlegte und die auch von dem Abgeordneten Schweickhardt 
der Kammer vorgetragen wurde. Die Schwenninger Gemeinde befürchtete, daß 
die Saline ganz eingehen oder doch zum mindesten in der Produktion stark ge 
mindert werden sollte. Der Finanzrat Märklin verneinte in der schon erwähn 
ten Sitzung die Bedenken der Schwenninger Gemeinde, wenigstens solange, als 
der Salzhandel mit der Schweiz sich in den gewohnten Bahnen bewegte. 
Ueber den Stand der Schachtarbeiten, am Stollberg bei Rottenmünster im 
Jahre 1850 werden wir aus einem Bericht des Kgl. Finanzministeriums vom 
24. Oktober desselben Jahres unterrichtet J ). Hiernach war der Schacht bis auf 
196 Fuß abgeteuft, sodaß man bis zum Erfassen des Steinsalzlagers noch eine 
erhebliche Arbeit zu leisten hatte. Nach früheren Bohrversuchen wurde das 
Gipslager bei 360 Fuß erreicht, während das Steinsalzlager gar erst bei 398 
Fuß zu erwarten war. Wie schon erwähnt, bildete der starke, unvermutete 
Wasserdrang beim Abteufen derartige technische Schwierigkeiten, daß dieselben 
nur durch den Aufwand bedeutender finanzieller Mittel zu überwinden waren. 
Während bei einer Tiefe von 161 Fuß nur 31 Kubikfuß Wasser in der Mi 
nute zu bewältigen waren, ergaben sich im weiteren Verlauf des Abteufens 
160 Kubikfuß. Diese Wassermenge vermochte das Pumpwerk nur bei hohem 
Wasserstande zu bewältigen. Zur Fertigstellung des Schachtbaues war daher, 
wie schon erwähnt, die Aufstellung einer Dampfmaschine für die Wasserhaltung 
unerläßlich. Für diesen Zweck hielt man eine Dampfmaschine von 150 Pferde 
kräften für ausreichend, glaubte auch, auf dieser Basis den Schachtbau in 400 
Tagen zu Ende führen zu können. Wir haben bereits vorher einen Kostenan 
schlag des Schachtbaues für das Jahr 1849 gegeben und lassen nunmehr den 
umgeänderten für das Jahr 1850 folgen, den die Regierung in dem erwähnten 
Bericht ausgearbeitet hatte. 
a) Ankauf der Dampfmaschine, deren Unterhaltung, Bedienung 
und Heizung während 400 Tage , 120 000,00 fl. 
t>) Fortsetzung des Schachtbaues bis zum Steinsalzlager unter 
Abzug des Erlöses aus Abbruchsmaterialien 52 345,37 „ 
o) Kosten für Hochbauten über Tage, nach Fertigstellung des 
Schachtes 103 054,84 „ 
Gesamt: 270 300,21 ft. 
Bisheriger Kostenaufwand: 327 229,48 „ 
Voraussichtliche Gesamtkosten des Schachtbaues: 603 529,69 fl. 
Gegenüber diesem erheblichen, noch zu leistenden Kostenaufwand für den 
Schachtbau sah sich denn das K. Finanzministerium veranlaßt, am 22. Oktober 
1850 bis auf weiteres die Einstellung der Bauarbeiten für den Steinsalzschacht 
am Stollberg bei Rottemnünster zu verfügen. Damit fand ein bauliches Unter 
nehmen sein Ende, das man mit so vielen Hoffnungen begonnen und das nun 
so bedeutende Summen in nutzloser Weise verschlungen hatte. Wenn man nach 
den Gründen fragt, welche zu dem unglückseligen Entschluß des Schachtbaues 
von Rottenmünster führten, so ist vornehmlich folgendes zu erwidern. Maßge 
bend für den Beginn des Schachtbaues war vor allem der Gedanke, für das im 
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1852. II. Veil.-Bd. S. 310.
	        
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