Full text : Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

tliatsächlicli  auch  eine  Haftpflicht  dev  Bank  für  diese  Antbeil-Zertifikate
  Den  Hypotheken  -  Prämienscheinen  möchte  der  Charakter
als  Schuldschein  der  Gesellschaft  dagegen  wohl  nicht  abzusprechen
sein,  während  die  Hypothek-Depotscheine  offenbar  nur  Besitztitel
über,  hei  der  Gesellschaft  zur  Verwaltung  hinterlegte  und  von
ihr  versicherte  Hypotheken  darstellen.  Auf  die  Vortheile  dieser
letzteren  Gattung  von  Werthpapieren,  die  an  der  Börse  keinen
Kurs  haben,  lenkt  die  Direktion  besonders  die  Aufmerksamkeit
ihrer  Aktionäre,  als  auf  eine  bequeme  und  sichere  Kapitalanlage
hin  Von  den  Hypotheken-Prämienscheinen  sind  nur  noch  54,000  M.
im  Umlauf.  Sie  geniessen  4  pCt.  Zinsen  und  einen  Prämienzuwachs
bis  auf  32‘/2  pCt.  innerhalb  24  Jahren.  Die  Hypotheken-Antheil-Zertifikate,
  welche  allein  börsengängig  sind,  können  seitens  dci
Gesellschaft  jederzeit  gekündigt  werden,  wohingegen  der  Besitzer
solche  nur  nach  Ablauf  eines  bestimmten  Zeitraums  (5,  10,  20  Jahre)
kündigen  kann.  Dagegen  steht  dem  Inhaber  das  liecht  zu,  sich
von  der  betreffenden  Gesammt-Hypothek  seinen  Anthcil  aut  seine
Kosten  zediren  zu  lassen.  Da  die  Kosten  der  Umschreibung  bekanntlich ­
  beträchtlich  sind,  so  werden  wohl  wenige  Autheilschein-Inhaher
  von  dieser  Ermächtigung  Gebrauch  machen.  Ein  hestimmtes
Veihältniss  zum  Aktienkapital  ist  hinsichtlich  der  Antheilscheine
auch  nicht  vorgeschriehen.  Es  heisst  nur,  wie  bei  der  Korddeutschen ­
  Gruudkreditbank,  dass  der  Betrag,  um  welchen  die  zur
hypothekarischen  Anlage  bestimmten  Depositengelder  jenen  des
eingczahltcn  Aktienkapitals  überschreiten,  zu  zwei  Dritteln  durch
Hypotheken  gedeckt  sein  muss.  Das  eingezahlte  Aktienkapital
beträgt  3,784,875  M.  Für  den  liest  des  Nominalkapitals  von
15,0(K),Ü00  M  sind  Solawechsel  der  Aktionäre  hinterlegt.
Im  Versicherungsgeschäft,  welches  Ende  1870  mit  einem  Bestand
  von  37,552,754  M.  gegen  44,978,494  M.  Endo  1875  abschloss,
wurden  102,439  M.  vereinnahmt,  wovon  157,771  M.  dem  Gewinniind
  Verlust-Konto  überwiesen  wurden.  Letzterem  flössen  ausserdem
111,251  M.  an  Prämien  für  aufgehobene  Polizen  und  an  ersparter
Agenturprovision  zu.  Dagegen  wurden  für  zweitelhatte  Risiken
zurückgestellt  440,000  M.,  so  dass  ca.  170,000  M.  an  \  ersicheruiigen
  verloren  gingen.  Nach  statutenmässiger  Veitheilung  i  es
Reingewinnes  von  632,020  M.  (68,230  M.  zui  Kapitalreseive,
480,000  M.  Dividende,  83,765  M.  Tantième)  betragen  die  gesammten
            
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