Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I. Buch. Production und Consumtion. 
lich nur für den eigenen Haushalt producirt, fa würde es sich als eine ganz 
überflüssige Verschwendung von Zeit, Mühe und Gelo herausstellen, falls 
inan ihm eine derartige Ausbildung geben wollte. 
Ohne Zweifel kann allerdings die Erziehung nicht stets den Verhält 
nissen derart angepaßt werden, daß niemals ein Mißgriff begangen würde. 
Vorgängige Berechnungen sind oftmals schwierig und ihre Resultate voit 
unsicherem Erfolg, so daß es besonders heutzutage, wo sich die Markt- und 
Productionsverhültnisse häufig ändern, unmöglich ist, viele unnütze Ausgaben 
für Fachbildung zu vermeiden. So viel kann aber gesagt werden: wenn in 
einem Productionszweige hundert Stellen frei sind, welche nur einfache Arbeits 
leistungen erfordern, und bloß fünf Plätze verfügbar sind, welche eine technische 
Bildung voraussetzen, so muß es unvernünftig erscheinen, hundert Mädchen 
oder Knaben mit Fachkenntnissen auszurüsten und nur fünfen eine ganz ein 
fache Erziehung zìi ertheilen. 
Abgesehen von den der Ausbildung gesetzten Schranken sind die pro 
ductiven Fähigkeiten einer Nation noch in zweierlei Weise beschränkt, näm 
lich einerseits durch die Zahl der Stunden, während welcher gearbeitet werden 
kann, und andererseits durch die der Arbeiter. Bezüglich des letzter» Punktes 
ist an dieser Stelle nur so viel zu sagen, daß infolge des Ueberschnsies 
der Zahl der Geburten über die der Todesfälle der jährliche Zuwachs an 
Arbeitern selten 15 vom Tausend übersteigt. Eine Folge hiervon ist dann 
der Eifer, mit welchen! viele Länder zu gewisien Zeiten diese langsame 
Zunahme durch Einwanderung zu ersetzen suchen. Was aber den andern 
Punkt anlangt, so ist es unmöglich, die Maximalzahl der Stunden, während 
welcher im Laufe des Jahres gearbeitet werden kann, ohne die Kräfte 
der Arbeiter zu schädigen, genau zu bestimmen. Es läßt sich da nur be 
haupten , daß dieselbe nach der Art der Beschäftigungen, der Beschaffenheit 
der Gegenden und der Localitüten, nach Geschlecht und Alter sowie im An 
schluß an die verschiedenen häuslichen und individuellen Verhältnisse wechselt. 
Auch muß nachdrücklich betont werden, daß Ueberstunden über die gewöhn 
liche Arbeitszeit, wenn sie über eine gewisse Grenze hinaus in Anspruch ge 
nommen werden, nicht nur verhältnißmäßig weniger einträglich sind, sondern, 
wenn wir die Arbeitsergebnisse der Personen, die eine Anzahl von Jahren 
hindurch übermäßig angestrengt waren, in Betracht ziehen, auch die Folge 
haben, daß absolut weniger producirt wird. 
In dieser Hinsicht sind noch zwei Bemerkungen am Platze: 
1. Obgleich derartige Ueberanstrengungen die nationale Production schä 
digen, besteht keine Garantie gegen das Vorkommen solcher traurigen Er 
scheinungen, welche die Frucht schlechter socialer Verhältnisse sind. Zeugniß 
dafür bietet z. B. die traurige Lage der Neger ans Jamaica zu Anfang dieses
	        
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