Full text : Die Volkswirthschaftslehre

146  Buch  2.  Kap.  2.  Zusammenwirken  der  Productionsmittel.
durch  Arbeitstheilung  und  das  Kapital  durch  stetigere  und
vollere  Ausnutzung.
Erschwerungen  erwachsen  z.  B.  im  Landbane  der  Großwirthschüft
  infolge  mit  weiterer  Ausdehnung  des  zugehörigen  Areals
zunehmender  Entfernung  der  zu  bewirthschaftenden  Grundstücke.
Deren  Bcwirthschaftungskosten  erhöhen  sich  von  einer  bestimmten
Entfernungsgrenze  an  um  so  beträchtlicher,  je  mehr  durch  Abgelegenheit' ­
  erschwerte  Arbeitsgänge  und  Transporte  behufs  der
Benutzung  erforderlich  werden.  Anderen  Unternehmungen,  bei
denen  derartige  Erschwernisse  wegfallen,  kommen  die  Vortheile
des  Großbetriebes  ungeschmälerter  zu  gute.
Ferner  werben  Grundstücke,  z.  B.  Grnbenfelder,  Aecker  re.
durch  die  Großwirthschaft  an  sich  nicht  ergiebiger.  Sie  lassen  sich
höchstens  durch  die  vollkommeneren  Hilfsmittel  jener  in  einen
für  die  Benutzung  günstigeren  Zustand  versetzen  und  besser  ausnutzen. ­
  Bei  Anwendung  von  Dampfkraft  im  Großen  bagegen
vergrößert  sich  auch  deren  Hervortreten,  indem  eine  große  Dampfmaschine
  zur  Erzeugung  je  einer  Pferdekraft  jedenfalls  weniger
Kohlen  verbraucht,  als  eine  kleinere.  Desgleichen  kann  die  Ueberlegenheit
  großer  Unternehmungen  bei  Productionen,  welche  strenge
Durchführung  weitgetriebener  Arbeitstheilung  und  fortdauernd
ununterbrochene  Nutzung  des  aufgewendeten  Kapitals  gestatten,
am  bedeutendsten  sein,  z.  B.  also  in  der  Textilindustrie  bedeutender ­
  als  beim  Feldban.
Hierdurch  erklärt  es  sich  mm  auch,  weshalb  bei  einem
und  demselben  Erwerbszweige,  je  nach  der  zeitlich  angethan
gewordenen  Productionsweise,  zu  der  einen  Zeit  Großbetrieb
überlegen  ist,  und  zu  der  anderen  nicht.
Mit  dem  gegenseitigen  Verhältniß,  in  welchem  die  verschiedenen ­
  Productionsmittel  benutzt  werden,  ändern  sich  die  maßgebenden ­
  Bedingungen  für  zweckmäßige  Ausdehnung  der  Unternehmungen. ­
  Bei  der  Bodenbenutzung  z.  B.  ist  solange  und
insoweit,  als  dabei  die  Natur  mittelst  möglichst  geringer  Arbeitsund ­
  Kapitalaufwendung  vccupatorisch  ausgebeutet  wirb,_  weite
Ausdehnung  der  zu  nutzenden  Flächen  erforderlich,  Großwirthschaft ­
  durch  gemeinschaftliche  Weideausübung  und  Waldbcnutzung.
Mit  gesteigerterer  Anwendung  von  Arbeit  bei  gleichzeitiger  Unthunlichkeit
  durchgreifenderer  Arbeitstheilung  wird  Kleiinvirthschaft
            
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