288 Buch 4. Kap. 1. Einkommenszweige.
zu bleiben als der angenommenen Lebensart zu entsagen. Im
letzteren Falle hingegen könnte der Arbeitslohn nur dann unver
ändert bleiben, wenn gleichzeitig durch unschädliche Einschränkungen
in der bisher gewöhnten Lebensweise oder sonstwie entsprechende
Ersparungen an den Prvductivnskosten der Arbeit gemacht würden,
weil ohnedem das Angebot an dieser alsbald in Folge vermehrter
Sterblichkeit re. abnehmen müßte. Nur vorübergehende, z. B.
durch geringe Ernten bedingte Erhöhungen der Lcbeusmittclpreise
nöthigen jedenfalls vorerst zu solchen unschädlichen, bediugungs-
tveise aber selbst zu die Existenzmöglichkeit gefährdenden und
deshalb nicht flange fortzusetzenden Einschränkungen, zumal
während einer Theuerung fast immer zugleich die Nachfrage nach
Arbeit schwächer und das Angebot an Arbeit dringender >vird.
Umgekehrt kann der Arbeitslohn fallen, wenn die Unterhaltsmittel
auf die Dauer Wohlfeiler werden oder z. B. an sich wohlfeilere
Lebensmittel in Gebrauch kommen, insofern nicht etwa gleichzeitig
die Nachfrage nach Arbeit steigt und die Arbeiter in die angenehme
Lage bringt, eine bleibende Erweiterung ihres Lebensgenusses
durchzusetzen. Bei einer nur vorübergehenden, z. B. durch
besonders reiche Ernten verursachten Wohlfeilheit der Lebens
inittel vermindert sich jedoch wiederum der Arbeitslohn nicht,
zumal in wohlfeilen Jahren die Nachfrage nach Arbeit dringender
und das Angebot an dieser schwächer zu werden pflegt. Eine
Ausnahme hiervon möchte lediglich dann eintreten, wenn
besonders niedrige Preise des Getreides -c. zu Nothpreiscn für
die betreffenden Producenten würden und selbige dadurch zu
einer fühlbaren Beschränkung ihrer sonstigen Nachfrage nach
Arbeit genöthigt wären.
8 154.
Der Gebrauchswerth der Arbeit hängt ab von
dem Maße, in welchem selbige für bestimmte Zwecke der
Productivn erforderlich und ergiebig ist, also namentlich auch
vou der Tüchtigkeit der Arbeiter selbst. Die Zahlungs
fähigkeit der Arbeitskäufer dagegen hängt ab im
Einzelnen von der Große ihres Einkommens, im Ganzen also
von der Große des Volkseinkommens und den verschiedenen
Zweigen der Arbeit gegenüber von beffeit Verkeilung und
der dadurch bedingten Richtung des Arbeitsverbrauches.