ist mit ihr in einer Reihe von Artikel» eine starke Vorzugs-
stellnng eingeräumt worden, welche den hiesigen Export zwang,
dieselben dort erstellen zn lassen. Bei der Fortdauer dieser
Klassifikation müsse man allen Ernstes damit rechnen, daß ein
Theil der Kaufmannschaft nach Sachsen übersiedle." Diese
Ansicht wurde von allen Anwesenden getheilt nnd einstimmig
beschlossen, sofortige Aufhebung der bestehenden Klassifikation
zu verlangen. Weniger einig war man im Anfange darüber,
ob man nun überhaupt jede Klassifikation aufheben wolle
oder ob eine veränderte fortbestehen solle. Im Jnitiativkomite
der Versammlung waren die Ansichten getheilt; 5 Mitglieder
waren für Aufhebung jeder Klassifikation, 11 dagegen. Man
erwartete einen heftigen Kampf hierüber, denn wenn je die
Zeit für einen erfolgreichen Vorstoß gegen die Zuschläge ge
kommen war, so war sie jetzt da. Merkwürdigerweise hatte es
mit einigen blinden Schüssen der Gegner sein Bewenden. Selbst
frühere, hartnäckige Gegner traten kräftig für Beibehaltung
einer erträglichen Klassifikation ein, einzelne zwar mit der
ausdrücklichen Einschränkung, daß sie die Klassifikation nach
loie vor als eher schädliches Institut betrachten, aber de»
Arbeitnehmern soweit entgegenkommen wollten als irgend
möglich. Die Gründe, welche dafür geltend gemacht wurden,
waren zum Theil die alten. Man sagte wiederum, daß die
Mnsterverschlechterung den Minimallohn für eine große An
zahl Sticker illusorisch gemacht habe, während er seinen großen
Werth — die sichere Kalknlationsbasis — für den Kaufmann
beibehielt und daß man deshalb dem Arbeiter auf dem Wege
des Zuschlages das Existcnzmiuimum sichern müsse, welches
ihm der Minimallohn gewähren sollte. Im Weiteren wurde
bemerkt: „Falls die Arbeitgeber nicht so weit entgegenkommen,
verließen die Arbeitnehmer de» Verband und gründeten einen
eigenen Verband. Dann würde der Lohnkampf in jener ge
hässige» Form des Krieges bis aufs Messer auch in der
Stickerei seinen Einzug halten, zum Schaden der Arbeitgeber