weilen ein feineres Verständnis; für die richtige Verbandspolitik
und die richtige Politik gegenüber dem Verbände in und für
Vorarlberg besessen und dem Verbände seine Unterstützung
aitgedeihen lassen. Das; von schweizerischer Leite dem Vor
arlberg gegenüber weder Antipathien noch Animosität vor
handen sind, sondern das; man im Gegentheil redlich bestrebt
ist, den Nachbarn zu zeigen, wie man mit ihnen sich durch
eine und dieselbe Interessengemeinschaft verbanden weiß, zeigte
die Delegirtenversammlnng vom Jahre 1888, da sie für die
durch die Rheinüberschwemmung jenes Jahres geschädigten
Verbandsmitglieder im Vorarlberg einen Beitrag von Fr. 10,000
bewilligte, während sie weder früher noch nachher ähnliche
Schritte für schweizerische Verbandsmitglieder that, wenn sie
ebenfalls dnrch Elementarereignisse hart geschädigt waren.
Int Jahre 1887 begann der Verband, die Hebung der
technischen Leistungsfähigkeit des Arbeitermaterials ill Angriff gg'
zn nehmen, und zwar fing er bei den Nachstickerinnen an,
welche, wie schon ihr Name besagt, die Mängel des Maschinen-
produktes mit der Hand auszubessern haben. Die Leistungen
dieser Klasse standen nicht auf der Höhe der Anforderungen,
welche gestellt werden mußten. Für den Arbeitgeber war schlecht
nachgestickte Waare fast unannehmbarer wie überhaupt nicht
nachgestickte. Der Arbeiter dagegen hatte trotz seiner Spesen
für Nachsticken oft einen ebenso großen Abzug, lvie wenn jene
Arbeit llnterblieben wäre.
Die Verbandsleitung nahm eigentliche Nachstickknrse dnrch %a#idwe.
Wanderlehrerinnen im ganzen Verbandsgebiete m Aussicht.
Bevor man sie abhalten konnte, nilißte man eine geniigende
Zahl solcher Wanderlehrerinnen heranbilden. Man entschloß
sich daher Anfangs August zur Abhaltung eines Fachkurses für
Frauenspersonen, welche die Leitung der in Aussicht genominenen
Kurse übernehmen wollten. Es meldeten sich annähernd 100
Theilnehmerinnen, von denen 30 auf Grund ihrer Zeugnisse