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Reden zur Zeit der Verbandsgründung und unmittelbar var
iier mit jenen der letzten Verbandsjahre vergleichen, um sich
auch darüber ein Bild machen 51t können. Wer berücksichtiget,
welchen Schaden gewisse Vorstöße der Gegenwart in wirth-
schaftlicher Richtung erzeugen, wenn sie auf völliger Verken
nung und Außerachtlassung der tieferen Existenzbedingungen
einer Jndlistrie oder eines Gewerbes beruhen, wird es nicht
als kleinsten Erfolg einer Berufsorganisation ansehen, wenn
sie ihre Mitglieder, gleichviel ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer,
nürthschaftlich so schulte, wie der Stickereiverband die seinen.
Aber nicht blos für seine Mitglieder hat der Verband in
sozialer und wirthschaftlicher Beziehung erziehend gewirkt, son
dern auch für die Bevölkerung überhaupt. Man wurde sich
in andern Kreisen bewußt, was vereinte Kraft zu Stande
bringen kann, daß es aber auch der vereinten Kraft bedarf,
um etwas Rechtes zu Stande zu bringen. Und wenn die ost
schweizerische Bevölkerung zur Zeit vielleicht die ausgeprägteste
und feinfühligste Ader für soziale Fragen besitzt und anderseits
so gut wie keine sozialistische im Sinne, in welchem dieses Wort
gewöhnlich angewendet wird, so hat der Stickereiverband ein
wesentliches Verdienst daran.
Die wirthschaftlichen Resultate des Verbandes für die
Stickerei-Industrie sind bereits dort aufgezählt worden, wo
die Rede davon war, was er ihr gewährte. Als Ganzes zu
sammengefaßt, reprüsentiren sie sich als Arbeits- und Lohn-
ordnnng, als Wiederherstellung einer festgefügten wirthschaft-
lichen Jntcressenkctte und als wesentliche Stärkung der Wider
standsfähigkeit dieser Industrie. Bei diesem Anlasse ist zu
bemerken, daß die Anfangs gehegte Befürchtung, der Verband
werde die Konkurrenzfähigkeit der schweiz. Stickerei schwächen,
heute so gut wie verschwunden ist. Im Gegentheil, die zu
nehmenden Ziffern in den Quantitäten des Exportes bc-
weisen, daß sie ihre Konkurrenzfähigkeit voll und ganz zu
behaupten wußte. Das theiln» ei se Erstarken der deutschen und