Er konnte auf diese Maßnahme nicht verzichten, da fast sicher
anzunehmen war, daß sonst, die Redaktion der Arbeitszeit
einfach die Ausstellung neuer Maschinen im Gefolge gehabt hätte.
Das toaren die Maßnahmen, welche eine Organisation
der Produktion, soweit es sich um erfolgreiche Verhinderung
der Ueberproduktion handelte, erzielten. Jene zur Milderung
— nicht zur Hinderung — von Arbeitskrisen bestanden in
einer tveitern Reduktion der Arbeitszeit in beschränkter Dauer.
Auch diese Schritte des Verbandes waren jeweilen von einer-
möglichst genauen wirthschaftlichcn Kalkulation geleitet. Man
fragte sich nach der Maschinenzahl, welche in einer solchen
Zeit den Markt durch ihre Arbeitslosigkeit beunruhigte nitd
suchte die allgemeine Reduktion der Arbeitszeit in einem Um
sange festzusetzen, um auch diesen Maschinen wieder Beschäfti
gung zuführen zu können. Der Verband ist zwar, wie schon
erwähnt, hier noch nicht ans der Höhe des Möglichen angelangt.
Wenn nicht alles täuscht, tvird man in der Zukunft noch zu
umfangreicheren Arbeitsreduktionen greifen, sofern man eine
Krisenkasse zu Stande bringt oder dann zur kontinuirlichen
zehnstündigen Arbeitszeit in der Gcsammtindustrie, wenn
Sachsen nur einigermaßen — man verlangt von ihm nicht
die zehnstündige — Schritt hält.
In der Regelung der Produktion z'n erreichen, was durch
den Verband für die Stickerei erreicht lourde, war nun freilich
nur wieder einer Industrie möglich, die führend in ihrer
Branche war. Wollte z. B. die schweizerische Spinnerei von
sich alls in gleicher eiirschneidender Weise vorgehen, ohne daß
die Hanptproduktionsgebiete dieser Branche etwelchermaßen
ein Gleiches thäten, würde sie ihre Konkurrenzfähigkeit preis
geben. Sie könnte die bloße Reduktion der Arbeitszeit von
11 auf 10 Stunden zur Zeit kaum ertragen. Diese Unter
schiede schwächen die Thatsache nicht ab, daß die Organisation
der Produktion in einer Weltindnstrie im Wesentlichsten ge
lnilgell und damit die Möglichkeit dargethan ist, dieses „schlvie-