Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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rigfte und wichtigste soziale Problem" dort zu lösen, wo an eine 
Lösung am welligsten geglaubt wurde, in der Großindustrie. 
Es darf nicht wundern, wenn man in einer Industrie, in 
welcher das kunstgewerbliche Element eine so hervorragende 
Rolle spielt, wie in der Stickerei, nicht bei der Organisation 
der quantitativen Produktion stehen blieb, sondern auch die 
Hebung der qualitativen an Hand nahm. Auf diesem Gebiete 
läßt sich im Allgemeinen am leichtesten vperiren, in allen 
Füllen viel leichter, da auf demjenigen der quantitativen 
Produktionsorganisation, was der Grund sein mag, daß es 
i,l allen möglichen und unmöglichen wirthschaftlichen Pro- 
granlinvorschlägen die ausgedehnteste Beachtung findet. Es 
wird keinem Berufe schwer fallen — einer Industrie so wenig 
wie erneut Gewerbe — sein Lehrlingswesen und in Verbin 
dung damit die qualitative Seite der Arbeiterfrage zll regeln. 
Auch werden überall ohne zu große Schlvierigkeiten Maß- 
nahinen getroffen werdeil können, jene Produktionskniffe und 
Produktionsweise zu erschweren, welche alls Täuschung der 
Kvnsnmenten abzielen und eine ganze Industrie in Verruf 
bringen können. Ist der Werth solcher Maßnahmetl unbe 
streitbar auch wirthschaftlich ein großer, so liegt der Schwer 
punkt der Produktionsorganisation doch stets auf der quan 
titativen Seite der Frage. 
Die berufenen Organe für ihre Durchführung nach beiden 
Richtungen wird man in den Berufsgenossenschaften schaf 
fen. Sie allein bieten Garantie, daß bezügliche Maßnahmen 
nicht in eine schädliche Experiineittalpolitik ausarten, da jedes 
Mitglied weiß, daß es beitragspflichtig an deren Kosten wäre. 
Anderseits besitzen nur sie die nöthige Elastizität, jeden Schritt 
iil Einklang mit den momentanen Konjunkturen ihres Berufes 
zu setzen. Wie sehr solche Korporationen geeignet siild, ihre 
Mitglieder von oft befürchteten Ueberspanntheiten 511 bewahren, 
zeigt die Verbandsgeschichte, ill welcher wohl auch ein soziales 
Programm verwirklicht wurde, dessen wirthschaftlich-sozialer
	        
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