Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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gewisse» Grade heute noch geblieben, indem sie auch jetzt noch 
nicht ganz unbedeutender Arbeitnehmer vou Seite schweizeri 
scher Arbeitgeber auf dem Wege des Veredtuugsverkehrs ist. 
Ueberwog früher eher dieses Verhältniß zwischen Sachsen und 
der Ostschweiz, so schälte sich mit der Reihe der Jahre — 
"ls natürliche Entwicklung eines Werdeprozesses — immer 
111# bei- ßmifummt ^11110. Sud# inni- in kn s#m 
^ a ^ reu ungleich mehr Konkurrent und weniger Arbeitnehmer 
von hiesiger ^eite geworden, so zwar, daß man von Seite 
dortiger Kaufleute heute auf Beseitigung des Veredtnngsver- 
'ehrs.mit der schweizerischen Stickerei trachtet, um die noch 
sur re Schiveiz arbeitenden Maschinen ganz in eigene Hand 
und Gewalt zu bekommen, was jedoch kaum im Interesse der 
W,citn#icŗ mge. 3)ic Börse ing 
nullt in der gualitativen Produktion, — obwohl in einzelnen 
l^ieures Tüchtiges geleistet wird — sondern vermöge eines 
anspruchsloseren Arbeitermaterials mit ziemlich weit unter den 
hiesigen Durchschnitt heruntergeschraubten Existenzbedingungen 
in der Billigproduktion, welche zwar auf dem Weltmärkte 
wieder eine Schranke in dem Umstände fand, daß der sächsische 
%M'tenr ein ^€111!^ #^8 Benefice für fies) „#101 Qe= 
wohnt ist als der schweizerische. Demgemäß wurde Sachsen als 
Konkurrent für den Konsum nach Unten am allersnhlbarsten. 
Mit dem successiven Frontwechsel des Verhältnisses zwischen 
der sächsischen und der schweizerisch-vorarlbergischen Stickerei 
vollzog sich auch ein Wechsel der Schulmeinungen — wenn 
das Wort gestattet ist — über dasselbe. 
Bis vor wenig Jahren galt als ziemlich unverrückbarer 
Glaubenssatz, daß Sachsen von hier aus rege zu beschäftigen 
sei, damit es abhängig bleibe und weder Zeit noch Sehnsucht 
besitze für Emanzipation. Wer den leisen Einwurf wagte, dieser 
Weg könnte vielleicht doch auch dazu führen, der dortigen 
Industrie die Emanzipation eher zu erleichtern, galt als nicht 
einsichtig. Heute ist diese Lehrmeinung gründlich beseitigt und
	        
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