Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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m  ihrer  Stelle  wird  der  Veredlungsverkehr  weniger  hochtönend ­
  und  viel  prosaischer  damit  gerechtfertiget,  für  gewisse
Artikel  verdiene  die  sächsische  Maschine  den  Vorzug,  sodann
würde  eine  gewisse  Musterkategorie,  welche  meistens  nach
Sachsen  in  Arbeit  gegeben  wird,  in  halbwegs  normalen  (Geschäftszeiten ­
  von  hiesigen  Arbeitnehmerin,  als  zu  gering,  garnicht ­
  gemacht,  und  man  dürfe  den  sächsischen  Arbeitnehmer,
um  ihn  sich  für  solche  Zeiten  zu  erhalten,  auch  in  schlechten
nicht  ganz  vernachlässigen.  Diese  Andeutungen  mögen  auch
zeigen,  wie  leicht  industrie-politische  Theorien  oft  wechseln,
weil  sie  eben  mit  Vorliebe  auf  die  Verhältnisse  und  Erscheinungen ­
  des  Tages  sich  stützen.
Zum  eigentlichen  Gegenstände  dieses  Kapitels  zurückkehrend,
  war  die  Lage  der  sächsischen  Produzenten  seit  1885
eine  womöglich  noch  traurigere  als  diejenige  der  schweizerischen.
Man  kann  die  damaligeir  Chancen  des  qualitativ  geringeren
sächsischen  Fabrikates  ans  dem  Weltmärkte  ohne  viel  Mühe  berechnen, ­
  sobald  man  an  die  Schleuderpreise  denkt,  welche  der
Auktionsschwindel  für  das  schweizerische  Fabrikat  zeitigte.  Man
war  auf  einem  Preisniveau  angelangt,  bei  welchem  die  sogen.
Billigkonkurrenz  einfach  die  Waffen  strecken  mußte,  selbst  wenn
sie  über  ein  noch  bedürfnisloseres  Arbeitermaterial  verfügte
als  das  sächsische.  Aehnlich  tuie  in  der  Schweiz  ging  1885
auch  durch  die  sächsische  Produzentenwelt  eine  Bewegung,
welche  erste  briefliche  Anknüpfungspunkte  schon  in  jenem  Jahre
gestattete.  Diese  Beziehungen  wurden  rasch  enger,  und  von
Sachsen  lief  Bericht  ein,  daß  man  eine  Delegation  des  schwei-D-legation
  zerischen  Verbandes  dort  gerne  empfangen  würde.  Dieselbe
„ach  Sachsen,  ächte  sich  Anfangs  Januar  1886  auf  den  Weg.  Ihre  Verhandlungen ­
  mit  den  Spitzen  der  sächsischen  Bewegung  dauerten
drei  Tage.  Das  Resultat  derselben  wurde  einer  allgemeinen
Versammlung  der  sächsischen  Interessenten  unterbreitet,  welche,
von  800  Mann  besucht,  am  16.  Januar  in  Planen  stattfand.
Dieselbe  nahm  folgende  Resolutionen  an:
            
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