81
Ü
"Unsere Beziehungen zu Sachsen blieben im Berichtsjahre
durchaus befriedigend, wenn wir auch zugeben müssen, das; sich
die Hoffnungen nur spärlich verwirklichten, welche man hier
# sein Zustandekommen ausgebaut hatte. Die Thatsache des
Fortbestandes des sächsischen Verbandes, die innere Konsoli-
dirnng, welche er durch Verstärkung der Kompetenzen seiner
Zentralleitnng erfahren hat, beweisen uns nichtsdestoweniger,
dap, unsere Bestrebungen auch in Sachsen immer mehr Boden
gewinnen. Im Bunde mit der Zeit lind des dort wachsenden
Vertrauens in unsere Loyalität wird es trotz den gegenwärtig
trüben Aspekten gelingen, denselben für ein Kartellverhältnis;
z" gewinnen, durch welches beide Verbände sich verpflichten
U'iirden, an den vereinbarten Maßnahmen gegen Ueberprodnk-
iivn in Bezug aus Löhne und Verbandsverkehr ohne gegen
Litiges Einverständnis; keine Abänderungen zu treffen. Jeden-
falls ist Aussicht vorhanden, das; wir in Kürze 31t einem
gegenseitigen Musterschutz gelangen. Die Anregung hiefür ist
von Seite der sächsischen Verbandsleitnng und Kaufmann-
schaft ausgegangen."
Man findet hierin das ArbeitsProgramm, welches die
Zentralleitnng des hiesigen Verbandes in Bezug auf den
sächsischen Schwesterverband für das Jahr 1887 aufgestellt
hatte. Sie sandte denn auch im Laufe desselben eine zweite
Delegation nach Planen. Die Delegation hatte den Auf-
îeag, ein Uebereinkommen mit dem sächsischen Verbände zu
şuchen in Bezug auf gegenseitigen Schutz der Muster, für
einen Lohnznschlag ans schlechte Muster, ebenso auf eine mäßige
Erhöhung des Miniinallohnes, auf gleiche Arbeitszeit, sowie
s"r ein Kartell im bereits angedeuteten Umfange. War es,
daß man der Delegation eine zn große Zahl von Anforde
rungen an Sachsen mit auf den Weg gab oder daß momentane
Marktkonjunkturen im Spiele waren, oder beides zusammen,
an der Thatsache vermag es nichts zu ändern, daß die
Delegation mit völlig leeren Händen ans Sachsen zurückkam.
Zweite
Delegation.