Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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schon  die  Delegirtenversainmlung  vom  Mörz  1886  ertheilte
dem  Zentralkomite  mit  starker  Mehrheit  den  Auftrag,  „in
naher  Zeit  in  Erwägung  zu  ziehen,  ob  nicht  ein  Regulativ
betreffend  Mnsterklassisikativn  mit  entsprechender  Erhöhung
des  Stichpreises  für  geringe  Muster  ins  Leben  gerufen  werden
könnte".  Der  vorsichtige  Tenor  der  Beschlußfassung  bezeugte,
daß  die  Versammlung  sich  der  Schwierigkeiten  wohl  bewußt
war,  welche  die  Regelung  dieser  Materie  in  sich  barg.  Diese
Schwierigkeiten  lagen  im  Aufsuchen  und  Finden  eines  richtigen
Systems  für  die  Klassifikation  der  nach  Tausenden  lind  Abertausenden ­
  zählenden  Muster,  welches  System  einestheils  nicht
leicht  umgangen  werden  konnte  und  anderntheils  ohne  zu
großen  Zeitverlust  zu  handhaben  war.  Es  galt,  die  schwierige
künstliche  Grenzlinie  zwischen  guten  und  schlechten  Mustern
zu  ziehen,  da  natürliche  Grenzen  nur  verschwornmen  vorhanden ­
  waren,  und  zugleich  sich  ängstlich  davor  zu  hüten,
mit  einer  Zuschlagstaxe  nach  Schablone  läufige  und  für  den
Arbeitnehmer  lohnende  Artikel  ans  der  schweizerischen  Produktion ­
  verschwinden  zu  machen  und  der  Konkurrenz  in  die
Borarbeiten.  Schürze  zu  jagen.  Das  Zentralkomite  ernannte  am  14.  April
eine  Spezialkommission  aus  sieben  Mitgliedern  zur  Prüfung  der
Frage.  Am  18.  Mai  berichtete  das  Präsidium  derselben,
daß  trotz  gründlichen  Studiüms  eine  Lösung  nicht  gefunden
wurde  und  daß  man  deßhalb  vorschlage,  eine  Preisausschreibung
zu  veranstalten,  welche  allen  Interessenten  Gelegenheit  gebe,
ihre  Wünsche  zu  fvrmnliren.  Das  Zentralkomite  nahm  den
Antrag  der  Spezialkommission  an.  Die  Ende  Mai  erfolgte
Preisausschreibung  —  unter  Aussetzung  von  drei  Preisen
mit  Fr.  500,  Fr.  250  und  Fr.  100  —  stellte  folgende  Forderungen ­
  auf:
„1.  Wird  eine  erschöpfende  Besprechung  der  voraussichtlichen ­
  Folgen  einer  Mnsterklassisikativn  verlangt,  mit  Rücksicht ­
  auf  die  Gestaltung  der  Löhne,  im  Besondern  eine  Widerlegung ­
  der  Ansicht,  daß  eine  Musterklassifikation  das  natür-
            
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