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II. Der Geldmarkt.
hafte Beträge der Bank von England, die den Rassendienst der eng
lischen Regierung führt, überwiesen und das bedeutet eine andere
und teurere Art der Geldausleihung — teurer deshalb, weil die Bank
von England die Erhöhung ihrer Depositen als Steigerung ihrer Ver
pflichtungen ansieht. Die andern Notenbanken, von Belgien und den
Niederlanden abgesehen, nehmen bei ihrer Diskontpolitik keine Nück-
sicht auf die höhe der Depositen, und darum hat aus dem Nontinent
die Uebertragung von Einlagen der Kreditbanken an die Notenbank
auch nicht die gleiche lvirkung wie in England. Dagegen äußern sich
die Termine starker Währungsgeldzahlung auf allen Geldmärkten in
derselben Weise.
In Zeitpunkten, an welchen starke Zahlungen in Währungsgeld
zu leisten sind, müssen die Kreditbanken zur Beschaffung des Geldes
die Guthaben bei der Notenbank abheben und Wechsel bei ihr diskon
tieren^ dadurch tritt die Notenemission an Stelle des Ueberweisungs-
verkehrs: die Wittel der Kreditbanken, welche den verschiedenen Kredit-
formen zur Verfügung stehen, werden eingeschränkt, das Zahlungs
mittel, das benötigt wird, ist nur in begrenztem Nlaß vorhanden. Würde
die Notenbank zur Gewährung aller Nreditarten berechtigt sein, dürfte
sie unbegrenzt Noten emittieren und würden diese auch im Ausland
Zahlkraft besitzen, so würde an derartigen Terminen die Notenbank ohne
Zinsveränderung die Kreditbanken ablösen,- da aber diese drei Voraus
setzungen nicht zutreffen, bedeuten Termine starker Währungsgeld
zahlung eine Veränderung der bankmäßigen Anlagen. Ze mehr sich
die Termine der Währungsgeldzahlungen zeitlich konzentrieren, desto
stärker werden die Aenderungen sein müssen.
Zn allen Volkswirtschaften ist der Währungsgeldbedarf zu Wochen
ende wegen der Lohnzahlungen stärker als im Verlauf der Woche,
zu Nkonatende wegen der Verlegung der Zahlungstermine in Produktion
und Handel auf diesen Zeitpunkt stärker als im Verlauf des Nkonats,-
Zahlungskonventionen haben die Tendenz die Spannung zwischen
dem Kassabedarf zum Ultimo im Gegensatz zu den übrigen Nlonats-
tagen zu erhöhen.
Unter den Nlonaten selbst sind es jene de? herbst, welche den
stärksten Zahlungsmittelbedarf aufweisen,- zu den Kreditansprüchen
der Industrien, welche das ganze Zahr mit annähernder Gleichmäßigkeit
arbeiten, tritt der Bedarf für den Ernteankauf. Da im Gegensatz zur
Industrie in der Landwirtschaft Kleinbetriebe, die sich des bankmäßigen
Ueberweisungsverkehrs nicht bedienen, eine bedeutsame Nolle spielen,
in manchen Ländern im herbst die Löhne des landwirtschaftlichen per-