104
10. Natur der Beizmittel.
11. Natürliche Beschaffenheit der Schwellbeize oder der Gärungs
mittel.
12. Dauer der Zeit, während welcher man schwellt.
13. Temperatur des Schwellens.
14. Zahl und Reihenfolge der Operationen und Dauer derselben.
15. Stoßen, Walken, Streichen usw.
16. Natur des Gerbematerials.
17. Zeitdauer des Gerbens.
18. Temperatur des Gerbens.
19. Dicke der Haut vor dem Gerben.
20. Ob gefettet wird oder nicht.
21. Ob mit Alaun behandelt wird oder nicht.
22. Beschaffenheit des Fettes.
23. Ob das Fett warm eingerieben wird oder kalt.
24. Zahl und Art der Operationen des Zurichtens, wie Stollen,
Schlichten, Strecken, Recken, Krispeln, Pantoffeln usw.
25. Ob die Narbe entfernt ist oder nicht.
26. Ob die Fleisch- oder die Haarseite vorzüglich bearbeitet ist.
27. Auch das Färben, da auch die Farbstoffe oft noch gerben,
so die Alaunbeize und die Farbstoffe selbst.
Mit diesen Gerbemethoden ist natürlich die Zahl der Gerbungs
arten keineswegs erschöpft. Wir werden sehen, daß die Zahl der Gerbe
methoden sowohl auf primitiven Stufen der Kultur eine viel größere
ist, als auch, daß es dem 19. Jahrhundert gelungen ist, eine weitere
Zahl hinzuzufügen; aber die angegebenen Schemata sind einmal feste
Typen in der großen Zahl der kleinen Variationen, zweitens aber
stellen sie uns den festen Stamm dar, welchen das 19. Jahrhundert
als Erbe vieler verflossener Zeitperioden überkommen hat; sie sind ge
wissermaßen feste Einheiten im Wechsel der Erscheinungen, das Ziel,
in welchem eine vielhundertjährige Entwicklung gegipfelt hat, anderer
seits aber auch wieder der Ausgangspunkt, in welchem die Wurzel
der modernen Entwicklung liegt. Es wird unsere nächste Aufgabe sein,
an Hand des so gewonnenen festen Gerüstes ein Verständnis zu ge
winnen für die. leitenden Ideen, welche den Gerbemethoden zugrunde
liegen, um dann von hier aus in festen Tatsachenreihen die Entwicklung
der Technik bis zu unseren Tagen verfolgen und verstehen zu können.