Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Danzig. 
beläuft sich auf 13,376,000 Neichsthaler. 
~~ Münzen, Maße und Gewichte, 
-stach der Konvention vom 27. Mai 1873 
sind die drei standinavischen Staaten 
zur Goldwährung übergegangen. Aus 
dem Kilogramm fein Gold werden 248, 
resp. 124 Stück Miinzen geprägt. Der 
~0., resp. 10. Teil dieser Münze ist 
Recheneinheit und beißt Krone. Diese 
Krone wird in 100 Ore geteilt, entspre 
chend 1 Mk. 12Va Pf. — Die Einführung 
des nietrischen Systems steht in Aussicht, 
^etzt ist der Centner — 50 kg, das Pfund 
r~ 500 g; die Tonne: Getreide 1,3912 hl, 
•öiei- 1,3139 hl, Butter 112 kg, Öl 120 
fļaî der Pott 0,966i Lit., Fuß 0,3139 m, 
dle Meile 7,5325 km, die Tonne Landes 
0,551623 ha. 
Danzig, Haupt- und Hafenstadt des 
Mchnamigen preuß. Regierungsbezirks 
su der Provinz Westpreußen, an der 
Weichsel, ca. 4km von der Ostsee; Station 
der von Dirschau nach Neufahrwasser füh- 
renden Zweigbahn der Preußischen Ost 
dahn und Endpunkt der pommerschen Ab 
teilung der Berlin-Stettiner Eisenbahn, 
Station der Dampfer der Stettin-Ko- 
PenhagenerDainpfschiffahrtsgesellschaft so- 
tvle der Nederlandsche Stoomboot Maat- 
schappij; (1880) 108,743 Einw. Konsulate 
für: Belgien, Dänemark, Frankreich, Nie- 
derlande, Rußland, Schweden und Nor 
wegen, Spanien, Türkei, von deutschen 
Staaten: Bremen, Hamburg, Mecklen 
burg-Schwerin, Oldenburg; Börse, Kom- 
merzkollegillm und Admiralitätsgericht. 
— Die Industrie beschäftigt sich mit 
der Erzeugung voir Braniitwein und Li 
kör (»Danziger Goldwasser«), Verar 
beitung von Bernstein (die Ankäufe von 
Schwarzort und Palmnicken betrugen 
1879 : 400,000 Mk.; die Ausfuhr geht 
nach Afrika, der Levante, Wien, Paris, 
fur.Firniösorten Rheinland), dann große 
Mühlenwerke und Brauereien, Eisen- 
tvalzwerke u.a.—Der Handel gibt aber 
D. seine hohe Stellung. Es ist das En- 
btepot für die überschüssige Produktion 
Mestpreußcns, Polens, Ungarns und 
k(neö Teils von Litauen, deren zugeführte 
Produkte auf der Speicherinsel lagern, 
ur deren Räumen IV2 Mill, hl Getreide 
Platz finden. D. ist einer der größten 
Erporthäfen für Getreide und Ölsaatcn 
obschon ein großer Teil der Zufuhren in 
denhiesigenMühlenverarbeitet wird. See 
wärts wurden exportiert 1878: 309,333 
Ton., 1879: 279,940 T. und zwar im 
letzten Jahr von Weizen allein 231,150 
T., dagegen 1878: 248,133 T., davon 
148,159 T. nach England, der Rest nach 
Belgien, Dänemark, Holland re. Noch 
wichtiger ist der Handel mit Holz, das 
auf der Weichsel aus Polen" zugeführt 
wird. Die Einfuhr, welche 1879 gegen 
1878 bedeutend abgenommen hatte, da 
man im Vorjahr vor dem Eintreten der 
Holzzölle (1. Oft.) große Zufuhren be 
wirkte, umfaßte 1879 außer andern:: 
Fichtene Balken und andre Hölzer. 2)9094 Stück 
Eichene Balken und andre Hölzer. 33133 - 
Tannene Balken und andre Hölzer 15853 - 
Fichtene Eisenbahnschwellen . . . 339646 - 
Eichene Eisenbahnschwellen ... 940773 - 
Seewärts wurden verladen: 
Fichtene und tannene Balken . . 249914 Stück 
Fichtene und tannene Bahnschwellen 1415579 - 
Eichene Planken, Bretter, Balken re. 599431 - 
Die Gesamtzilfuhr per Eisenbahn und 
per See belief sich 1877 auf 12,582,000, 
1878 auf 11,997,000 und 1879 auf 
9,133,000 Mk.: die Gesamtausfuhr 1877 
auf 12,130,000, 1878 auf 11,951,000 
und 1879 auf 11,689,000 Mk. Von Ge 
ringen wurden 1879: 88,810 Ton."im 
Wert von 3,3 Mill. Mk. zugeführt, ferner 
eingeführt ausgeführt 
Salz . . . 411637 395553 Ctr. 
Wein . . . 53169 41617 - 
Von Bier wurden, namentlich nach Eng 
land, 335,800 Lit. versandt, Steinkohlen 
und Koks eingeführt für 2,580,000 Mk. 
(1876:4,428,000 m.). 9(nbtnm#ac 
Handelsartikel sind: Kaffee. Reis, Speck, 
Schmalz, Zucker, Petroleum. Der gefaulte 
Warenverkehr stellte sich 1879 (in Mark): 
Eingang Ausgang 
Seewärts 49 750000 73285500 
Stromwärts 42124500 15670000 
Landwärts per Eisenbahn 69470000 49840000 
Zusammen: 161344500 138795500 
Dagegen 1878: 168482000 140455000 
Reederei und Schiffbau haben seit 
Jahren sehr bedeutend abgenommen; es 
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