230
Großbritannien (Metallindustrie: Eisen, Stahl).
fuhr steht aber eine weit bedeutendere Ein-
sllhr gegenüber, welche 1879: 259,2 Mill.
Mk. betrug und zwar:
Gezwirnte Seide 2,4 Mill, Mk.
Europäische Seidenwaren . . 250,2
Außereuropäische Seidenwaren 6,8 « -
Die Hauptabnehmer britischer Sciden-
waren sind jetzt: Frankreich, Deutschland,
Australien, Britisch-Jndien, nicht mehr,
wie früher, die Vereinigten Staaten. Nach
Deutschland wurden für ca. 4 Mill. Mk.
Waren ausgeführt; wieviel Deutschland
nach England hinübersendet, entzieht sich
der Berechnung, da seine Exporte meist
über Holland und Belgien gehen und als
Provenienzen jener Länder erscheinen.
Ein wichtiges Requisit für die Fabri
kation der verschiedenen Bekleidungsstoffe
beim Zeugdruck und Appretieren sind die
Gummisorten, die allerdings auch man
nigfachen andern Zwecken dienen müs
sen, wie zur Likörfabrikation, Bereitung
von Wasserfarben, Zündhölzchen x. Der
Importwert ist bezeichnend für die ver
schiedenen Industrien; derselbe betrug
1879: für arabisches Gummi 5,i, Lack 3,5,
Kauris 2,5, audreö Gummi 6,9 Mill. Mk.
Iļ. Metallindustrie.
In der Bearbeitung von Metallen hat
sich G. von jeher ausgezeichnet, doch wird
es in einigelt Zweigen in neuester Zeit
von Deutschland übcrtroffen. Nach bcm
Census von 1871 betrug die Gesamtzahl der
in allen Zweigen dieser Industrie beschäf
tigten Arbeiter 821,578 (davon 697,472 in
England und Wales allein). Für Eisen
gießerei u. - Schmiederei sind Haupt-
centren: Durham (Stockton), Wolver
hampton, Dudley, Westbromwich, Mer-
thyr-Tydsil, Sheffield. Drahtzieherei
wird am ausgedehntesten betriebeil in
Halifax uiib Birmingham - Aston ; die
Fabrikation von Nägeln konzentriert
sich in Süd-Staffordshire; Hanptsitze der
Schmiederei von Ankern und Anker-
fetten sind: Dudley, Tipton und West
bromwich. M a s ch i n e u w e r k st ä t t e n fin
den sich ait zahlreichen Plätzen. Für Näh
nadeln sind Nedditch, Studley, Shef
field ». a. Hauptorte; für Werkzeuge
aller Art, Feilen, Sägen und Messer ist
Sheffield-Ecclesall Hauptproduktionsort.
1) Eisen und Stahl. Die Haupt-
sitze für die Industrie in diesen Metallen
sind: Pork, Stafford, Northumberland,
Durham, Südwales. Doch sind die früher
so blühende Eisenindustrie und der Eisen-
handel Englands seit einigen Jahren stetig
zllrückgcgangcn.Lähmend wirktein neuester
Zeit die Verbesserung in der Darstellung
von Bessemer^ und Siemensstahl. Da man
Stahl statt Eisen für Lokomotiven, für
Schiff- und Brückcilbauten, Draht, Hnf-
bcschlag n. a. gebraucht und die Bearbei
tung viel weniger Arbeitskraft benötigt
als Eisen, so wurden mehrere Tausend
Arbeiter ihres Erwerbs beraubt. Wäh
rend 1877 erst 89,000Ton.Siemenö-Mar-
tinstahl erzeugt wurden, belief sich diese
Produktion 1878 schon auf 1V% Mill. T.
und die Zahl der Fabriken auf 39. Für
diese Produktion wurden 1879:1,050,167
T. Hämatiterze importiert. 1873 wurden
2.957.000 T. britischer Eisenwaren expor
tiert, 1879 nur 2,883,484 T. (Wert: 351,5
Will, m.), 1880 Aber 3,787,0001. (%Bctt
566.140.000 Mk.) und zwar:
Tonnen Tonnen
Altes Eisen . 241000
Roheisen, Stan-
genelsen. .1936000
Eisenbahnschie
nen . . . 694000
Reifeisen, Blech 280000
Verzinnte Plat
ten. . . .218000
Eisenguß . . 277000
Stahl . . . 69000
also Roheisen und altes Eisen 1,873,000
Ton., Eisenprodukte 1,842,000 T., im
ganzen 3,715,000 T. im Gesamtwert von
533,4 Mill. Mk., wovon auf die erste
Klasse 127,2 Mill., auf die zweite 406
Mill. Mk. entfallen. Nach Deutschland
fingen 248,000 %. SRoWfen (12,720,000
Mk.) und 23,000 T. Bleche und Platten,
Stab- und Stangeneisen, Eisenguß re. für
460,000 Mk. Der größte Teil von Roh
eisen (340,000 T.) ging nach den Ver
einigten Staaten.—Dagegen betrug 1879
die Einfuhr nur 73,o Mill. Mk., davon:
Eisen- und Stahlwaren . . 34,4 Mill. Mk.
Eisen in Stäben ...» 77,8 - -
Die Maschinenfabrikation, mit
welcher auch oft Schmelzhütten, Gieße
reien und andre Anstalten verbunden sind,
liefern Dampf- und andre Maschinen für
alle erdenklichen Zlvecke. In England unb
Wales bestanden 1876:1762 Maschinen-