Full text : Lexikon der Handelsgeographie

262

Italien  (Industrie).

die  Einfuhr  von  mineralischen  Brennstoffen ­
  muß  demgemäß  eine  starte  sein.
1878  betrug  der  Wert  des  Imports  von
Steinkohle  und  Koks  31,w  Mill.  Mk.;
das  meiste  davon  kam  aus  England.  Es
ist  natürlich,  daß  durch  diesen  Mangel  an
Brennmaterial  die  bergmännische  Industrie ­
  zurückgehalten  wird  und  auch  die
Verarbeitung  der  Erze  nur  in  schwachem
Maße  stattfinden  kann.  Sie  werden  daher
größtenteils  exportiert.  Nach  dem  Ausland
gingen  1878  (in  Millionen  Mark):
Eisenerz...  1,»  !  Zinkerz.  .  .  8,»
Bleierz  .  .  .  5,6  |  Kupfererz  .  .  1,4
1880  stieg  die  Ausfuhr  gcgcu  1879  um
208.000  Ton.  Daher  ist  die  Einfuhr  von
Metallen  und  Metallwaren  eine  sehr  große.
An  rohen  Mineralien:  Eisen,  Blei,  Kupfer, ­
  Zink,  exportierte  I.  für  11,s  Bl  ill.
Mk.  und  importierte  von  den  gleichen
Metallen  im  verarbeiteten  Zustand  für
62,4  Mill.  Mk.  Aus  der  alle  Zweige  umfassenden ­
  Liste  greifen  wir  als  Hauptposten
  (1878)  heraus:  Schmiedeeisen  11,8
Mill.  Mk.,  Eisenbahnschienen  5,i  (1877:
8,9)  gm.  gm,  e#  3,8  gm.  gm,
Kupfer  in  Blöcken  und  Stangen  5,2
Mill.  Mk.,  Geräte  aus  Eisen  und  Stahl
6,3  9m.  Mk.,  Maschinen  und  Teile  15
Mill.  Mk.  1879  belief  sich  der  Wert  des
Handels  mit  Mineralien  (exklusive  Kohle),
Metallen  und  Waren  daraus  auf:  Einfuhr ­
  86,6  gm.  Mk.,  Ausfuhr  43,6  Mill.
Mk.  1880  zeigte  eine  Mehreinfuhr  von
209.000  Ctr.  Eisen  und  68,000  Etr.  Maschinen. ­
  Der  große  Reichtum  des  Landes  an
Marmor  und  Alabaster  ist  schon  von  alters
her  bekannt  und  eine  ergiebige  Einnahmequelle. ­
  Teils  wird  der  Stein  in  roher
Form  (in  Blöcken  oder  Platten)  versandt
(1878  sür  3,4  Mill.  Mk.),  teils  in  Form
von  Statuen  oder  in  andrer  Weise  bearbeitet ­
  (1878  für  6,9  Mill.  9JÌÎ.);  auch
Arbeiten  in  andern  Steinartcn,  Bausteinen
  u.  dgl.  werden  zu  bedeutenden
Wertbeträgen  ausgeführt,  1878  sür  3,5
Mill.  Mk.  Bou  1878—79  stieg  die  Ausfuhr: ­
  von  Marmor  von  20,000  Ton.  auf
44.000  T.  (1880:  64,000  T.),  von  Ziegeln, ­
  Fliesen  und  Platten  von  39,000  auf
160.000  T.

III.  Industrie.
Gewcrbthätig  waren  1877  nur  13,6
Proz.  der  Einwohner  beschäftigt,  und  die
Zahl  der  Dampfkessel  war  4459  mit
54,231  Pferdekräften.  Über  die  Seidenindnstrie
  ist  schon  oben  (S.  260)  berichtet ­
  worden.  Die  Baumwollindustrie
ist  hauptsächlich  entwickelt  in  Piemont,  der
Lombardei  und  Salerno;  1876  gab  eS  647
Spinnereien  und  Webereien  mit  764,862
Spindeln,  13,517  mechanischen  u.  14,300
Handwebstühlen  sowie  53,500  Arbeitern.
1879  war  die  Spiudelzahl  auf  900,000  gestiegen, ­
  die  Produktion  hat  sich  fast  verdoppelt. ­
  In  der  Weberei  ist  auch  die  Hausindustrie ­
  von  Bedeutung.  An  Druckereien  gab
es  3  Etablissements  mit  26  Druckmaschinen
und  557  Arbeitern.  Die  Baumwollindustrie ­
  zeigt  1880  einen  bedeutenden  Aufschwung. ­
  Der  Import  von  Baumwolle
wertete'1879:  114  Mill.  Mk.;  1880  stieg
der  Konsum  um  4000  Ton.,  was  einer
Arbeit  von  120,000  Spindeln  gleichkommt. ­
  Demgemäß  verminderte  sich  die
Einfuhr  von  Bamnwollgarn  um  7700
Ctr.,  von  Geweben  um  3000  Ctr.  Bei
sehr  mäßigem  Export,  der  1879:1,6  Mill.
Mk.  wertete,  betrugen  die  Einfuhren  von
Baumwollstoffen  und  Baumwollzwirn  60
Mill.  Mk.  England  ist  Hauptlieferant,
von  dort  kamen  1879  nicht  weniger  als  12
Mill.  Pfd.  Baumwollgarn  und  gegen  68
Mill.  Ellen  Baumwollstoffe.  Die  Scha  f  -
Wollindustrie  hat  ihre  Sitze  in  Piemont, ­
  Venetien,  Toscana,  Ligurien.  Sie
beschäftigte  1876:  540  Fabriken  mit
305,386'  Spindeln,  2573  mechanischen
und  5989  Handwebstühlen  bei  einer  Arbeiterzahl ­
  von  23,557  Personen.  Dabei
importierte  1.1878  für  41,6  Mill.  Mk.
Wollgcwebe  und  für2  Mill.  Mk.  Strnmpfund
  andre  Waren,  während  der  Export
im  ganzen  nur  5,7  Mill.  gm  Wert  erreichte. ­
  Die  Hanf-  und  Leinenindustrie
  ist  trotz  des  reichlichen  (f.  oben)  und
vorzüglichen  Rohmaterials  nur  schwach
vertreten  und  beschäftigt  in  241  Betrieben
59,223  Spindeln,  772  mechanische  Stühle
und  12,784  Arbeiter.  Daraus  erklären
sich  die  oben  gezeigte  starke  Ausfuhr  des
Rohmaterials  und  die  bebentenbe  Einfuhr ­
  der  Fabrikate  gegenüber  einer  ziem-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.