Japan (Industrie, Handel).
3,414,868 Mk. — Der Gewinn an Gold
wurde vor einigen Jahren auf 14,000
Unzen, der an Silber auf 312,000 Un
zen angegeben. Der Exportwert von Gold
und Súber in Barren und Münzen be
trug (in Millionen Mark):
Einfuhr Ausfuhr
1877 — 78: 7,8 43,8
1878—79: ll,a 44,2
Dieser Abfluß an Edelmetallen und Kon
tanten ist aber, da er nicht auf der Pro
duktion^ des Landes beruht, kein gesunder
"nd würde auf die Dauer nicht zu er
tragen sein. Der Export von Metallen
überhaupt (außer Edelmetallen) wird
aber für 1877 auf 6,8 Mill., für 1878
auf 8,3 Mill. Mk. berechnet. — Petro-
I e it m guellen kennt man schon seit längerer
Zeit im Thal von Niigata an der West
küste von Nippon, wo der Transport durch
den Schinanofluß erleichtert wird, und in
neuester ßeit entdeckte man Quellen in
den Provinzen Schivano und Echigo; in
letzterer Provinz liefern 522 Quellen jähr
lich 9500 Faß Öl, in ersterer 22 Quellen
1900 Faß. Man schätzt den Gesamtwert
der jährlichen Ausbeute ans 160,000 Mk.
linter Leitung von Europäern hatten sich
dort Gesellschaften gebildet, doch scheint
die Reinigung des Rohprodukts nicht
recht zu gelingen. — Im Niigata-Ken
wurde bei Jamabemura neuerdings auch
eine Q u e ck s il b e r m i n e gefunden. Bon
andern Produkten ist noch Schwefel
säure zu ern'ähnen, welche, in der
Landesmünze zu Osaka in größerm Maß
stab und in vorzüglicher Qualität herge
stellt , nach China ausgeführt wird.
Die Industrie leistet in vielen Zwei
gen trotz der unvollkommenen Werkzeuge
Außerordentliches. Die Seidengewebe
haben Weltberühmtheit, ebenso die Lack
sachen, deren Firnis sich, selbst wenn er
mit heißen Flüssigkeiten übergössen wird,
nicht löst. Für die Berfcrtigung von
Papier, von dem eine außerordentlich
vielseitige Anwendung gemacht wird, be
then jetzt schon sechs Fabriken in Jcdo,
Dsaka, Kioto, Oji und Kobe; schwedische
Streichhölzer werden schon für den Export
"ach China fabriziert (1879 für 313,524
'Ak ); auch die Jndigoindnstrie wird IN
fabrikmäßiger Weise betrieben. Verdiente
Berühmtheit haben japanesische Porzellane
(Ausfuhr 1879: 1,290,424 Mk.), Glas,
Marmorarbeiten erlangt; auch hat man
eine größere Glasfabrik nach europäischem
Muster angelegt. Diese zum Teil durch
das japanesische Agrikulturbüreau hervor
gerufenen Industrien arbeiten indes, so
weit sie mit europäischen Fabrikaten in
Konkurrenz zu treten versuchen, noch mit
zweifelhaftem Erfolg. Von Lacksachen be
trägt der Exportwert ca. 600,000 Mk.
jährlich, wovon etwa ein Drittel nach
Deutschland gelangt; eine andre Specia
lität, Fächer, wovon 1879 für 1,005,988
Mk. ausgeführt wurden, findet ihren
Hauptabsatz in den Vereinigten Staa
te». Die andern vielfachen Exportarti
kel: Decken mit Stickereien, Theebretter,
Schachteln, Kästchen, Matten x., finden
in England und Deutschland Absatz,
während Porzellan, feine Bronzen, Niello
und Cloisonettes, in Kioko angefertigt,
mehr nach Paris gehen.
Handel. Die Vereinigten Staaten
schlossen 21. März 1854 einen Handels
vertrag mit I., 14. Okt. 1854 folgte
der Handelsvertrag mit Großbritannien,
mit Rußland 26. Jan. 1855, mit den
Niederlanden 9.Nov. 1855, mit Portugal
3. Aug. 1860, mit Preußen 25. Jan.
1861, mit dem Deutschen Zollverein 20.
Febr. 1869, mit Österreich-Ungarn 18.
Okt. 1869. Dadurch sind dem fremden
Handel geöffnet: Jokohama, Hiogo,
Osaka,Tokio,Nagasaki,Niigata,
Ha ko dad e. Unter diesen ist Jokohama
bei weitem am wichtigsten. In runden
Ziffern betrug 1860 die Einfuhr 8, die
Ausfuhr 24 Mill. Mk.; 1864 standen
diese Ziffern auf 24 und 44, 1867 schon
auf 64 und 48, und dies Verhältnis hat
fortgedauert. In den beiden letzten, 30.
Juni endenden Jahren war der Stand
dcö Warenverkehrs (in Millionen Mark) :
Einfuhr
Ausfuhr
1877—78
128,9
107,0
1879—80
120,5
98,0
Der Anteil, den die einzelnen Länder an
dem auswärtigen Handel nehmen, betrua
1878-79 (in Millionen Mark):