Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Japan (Konsulate, Verkehrswesen). 
Einfuhr Ausfuhr 
England 64,4 13,7 
China 18,7 22,9 
Vereinigte Staaten . 13,7 29,7 
Frankreich..... 13,2 24,o 
Deutschland .... 4,4 0,s 
Ostindien und Siam . 4,o 1,7 
Belgien 0,7 
Australien 0,4 0,7 
Italien 0,s 2,8 
Die hauptsächlichsten Einfuhrgegenstände 
sind: Baumwolle (20 Mill. Mk.), Woll- 
ntttsseline (11,6 Mill.), Petroleum (10 
Mill.) und brauner Zucker ails China 
(8 Mill. Mk.). Deutschlaild führt Musse 
line, Wollstofse, Farbstoffe, Glas, Arz 
neien und Bier ein. Der Wert des Um 
satzes deutscher Firmen wird für 1877 auf 
13,3 Mill. Mk. angegeben, wovon 10,9 
Mill. Mk. auf Importe fallen, von denen 
indes nur 1,032,000 Mk. auf deutsche 
Jndustrieerzeugnisse kommen. Die Alls 
fuhr besteht iil den vorher aufgeführten 
Laudesprodukten, zu welchen noch eßbare 
Schwamme, Hauscnblase, Tintenfische, 
eßbares Seegras, Awabi und Trepang, 
Ginsengwurzeln, alle für den chinesischen 
Markt, hinzuzufügen wären; die zur An 
fertigung von Perlmutterknöpfen dienen 
den Awabischalen nttb Pfefserminzöl 
gehen aber auch nach Europa. — Eine 
Handelskammer nach europäischem 
Muster lvurde 1878 von Japailcrn ins 
Leben gerufen; Handelskammern von 
Ausländern bestehen in Hiogo nnb Joko- 
hama, eine Warenbörse der Handelsgesell 
schaft (Schoscha) inJesio. — Konsulate. 
Deutschland hat Berufskonsnln in Hiogo, 
Osaka lind Jokohama, Handelskonsuln 
in Nagasaki, Niigata, Tokio. 
Verkehrswesen. Die japanesische 
Handelsmarine zählte 1877: 78 der 
Registrierung unterworfene Fahrzellge 
ausländischer Konstruktion, worunter 47 
Dampfer und 31 Segelschiffe. Auslän 
dische Seeleute und Lotsen müssen eine 
japanesische Staatsprüfung bestehen, selbst 
wenn sie im Besitz von Certifikaten ihrer 
Heimatsbehörde sind. Es befanden sich 
1877: 61 ausländische Schiffskapitäne und 
Steuerleute, 45 Maschinisten und 14 
Lotsen in japanesischen Diensten. Die Zahl 
so geprüfter Japaner betrug 80. Em- 
psindlichc Konkurrenz wird europäischen 
nnb amerikanischen Schiffen durch die 1865 
grüudcte, 1875 zur Seehandelskompanie 
erweiterte Mitsu-Bischi-Schokuwai-Gescll- 
schaft (Sitz in Jedo) gemacht, deren Flotte 
1877 ails 4 großen Postdampsern ameri 
kanischer Bailart, 41 andern Dampfern, 
4 Segelschiffen, 3 kleinen Dainpfern, 6 
Hulks und einem Übungsschiff bestaub. 
Daß keine Aktienanteile existieren, ist be 
kannt, nicht aber, >ver der Reeder ist, in des 
sen Hand die Organisation dieses großen . 
Unternehmens liegt. Die Vermutuilg, 
daß derselbe die Regierung ist, liegt aber 
nahe. Die Gesellschaft bezieht aus Staats 
mitteln eine jährliche Subvention von 
1 Mill. Mk. auf 15 Jahre und hat viele 
Ausländer in ihren Diensten. Schon 1872 
traf ein japanestsches Segelschiff in San 
Francisco ein, jetzt erscheinen dieselben in 
vielen europäischen wie amerikanischen 
Häfen. Den Suezkanalpassierten 1878:12 
japanesische Schiffe von4765 Ton. Für die 
Beleuchtung der Küsten ist viel geschehen; 
sie ist jetzt durch 33 Leuchttürme, davon 
3 aus Eisen, unterhalten; insgesamt sind 
60 Schiffahrtszeichen an der Küste ange 
bracht.— Der Schiffsverkehr in den 
sieben den Frenlden geöffneten Vertrags- 
Häfen (s. oben) war folgender. Es lie 
fen ein: 
1877: 752 Schiffe von 626 657 Tonnen 
1878: 838 - - 747872 
1879: 708 . - 641880 
Zahl und Tonnengchalt verteilen sich im 
letzten Jahr nach Nationalitäten wie folgt: 
Schiffe Tonnen 
Englische 402 341029 
Amerikanische 163 204832 
Deutsche 89 37426 
Französische 29 44086 
Schwedische und norwegische 2 1182 
Dänische 10 6522 
Russische 4 1786 
Chinesische 3 2160 
Von allen Flaggen zeigt, nur die deutsche 
eine Zunahme gegen 1878; die englische 
ist um 76,662' Ton. heruntergegangen, 
alle übrigen in ähnlicher Weise. An die 
sem Verkehr beteiligten sich 19 Postdam 
pfer der Pacific Mail Steamship Co., je 
26 Dampfer der Peninsular and Oriental
	        
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