306 Londonderry — Louisville.
Mill. (iti. Mehl. Die Ausfuhr der wich
tigsten britischen Jndustrieprodukte betrug
1879 (in Millionen Mark):
Baumwollwcircir 173,7
Wollwaren . . 82,8
Eisen und Stahl 80,2
Telegraphenma-
terial. . . . 49,3
Kleider .... 39,6
Bau»,Wollgarn . 37,6
Maschinen . . . 28,9
Posamente. . . 27,o
Nächstwichtig sind: Bier, Lederwaren, Le
der, Kupfer- und andre Metallwaren,
Papier, Seidenwaren, Chemikalien, Bü
cher, Farben, Jutefabrikate, Säcke, Waffen.
Der Hafen Loiidons erstreckt sich von
der Londonbrücke bis zur Themsemün
dung. Die Docks auf beiden Themseufern
nehmen eine Wasserfläche von 147 V-l ha
und den doppelten Umfang für Waren
häuser und Gewölbe ein. Die Stadt be
saß 1879 : 2824 Schiffe von 1,158,149
Ton., darunter 979 Dampfer von 515,158
T. Der Gehalt der eingelaufenen Schiffe
allein betrug 9,991,458 T. Von deutschen
Schiffen gingen 1879 ein : 728 Schiffe (380
Segel- und 413 Dampfschiffe) von 490,056
T. Im Vorjahr liefen im Küstenhan
del ein: 30,828 Schiffe von 3,505,449
T., «nò: 8881 Schiffe von 1,247,549 T.
Dabei sind Schiffe in Ballast beim Küsten
handel nicht gerechnet. Von den hier do
mizilierten Dampfcrlinien besitzt die Bri
tish African Steamship Co. 12 Dalnpfer,
die Orientlinie 11 Dampfer von 3825—
4666 Ton. und 550—1000Pferdckrästen.
Finanzen. Die städtischen Ausgaben
beliefe,! sich 1873 auf 132,4 Mill. Mk., die
Schulden der Stadt auf 434,3 Mill. Mk.
Die den Steuern unterworfene Haus
miete war 1876 zu 465,5 Mill.Mk. einge
schätzt. Die Ausgaben des städtischen Bau
amts für Drainieruna, Straßendurch
brüche u.a.belicfcn sich 1876 auf 16,800,340
Mk. — Platzgebräuche. Man ver
kauft nach dem Ton: Steinkohle, Koks,
Hölzer, Eisen, Blei, Zinn, Zink, Kupfer,
Flachs, Hanf, Lein- und Nübkuchen, Ge
treide pro Imperial-Quarter, fremden
Weizen für 496 Pfd., Roggen, Mais,
Bohnen für 480, Erbsen für 504, Gerste
für 60, Hafer für 45 Pfd., Lein- und
Rübölkuchen nach dem Ton, Rapssaat
pro Last von lOJniperial-Ouarters, Kleie
Pro 16 Bushels, Citronen und Orangen
pro Kiste, brasilische NüsseproBallen, Bar-
celoneser Nüsse pro Sack, Büsjelhörncr
nach dem Gewicht und nach dem großen
Hundert von 128 Stück, Pferdehäute pro
Stück, Ochsen- und Kuhhäute pro Pfund,
Austern pro Imperial-Bushel, Schlacht
vieh pro Stein von 8 Pfd. Man rechnet
wirkliche Tara, Gutgewicht pro Faß bei
Kaffee (Tratt) von 5, bei Zucker (Draft)
von 2 Pfd. Der Käufer hat 14 Tage Zeit,
die Ware in Empfang zu nehmen. Die
meisten europäischen Waren verkauft man
auf 4 Monate Kredit oder gegen bar mit
2 Va Proz. Diskont, doch sind die Kredit
fristen sehr verschieden. Wechselkurse
notiert man auf fast alle bedeutenden
Handels- und Bankplätze von Deutschland,
Frankreich, Italien, Holland, Österreich,
der Schweiz, Spanien, Portugal, Däne
mark, Rußland, ferner auf: Kalkutta,
Bombay, Madras, Hongkong, Schanghai.
Wechscltage für das Ausland sind Diens
tag und Freitag (Foreign Post Days).
Londonderry (spr. lonnd'nderñ), Haupt
stadt der gleichnamigen irischen Grafschaft
mit gutem See- und Flußhafen, an der
Belfast and Northern-Eisenbahn; (i87i)
25,242 Einw. Deutsches Vicekonsulat;
Bank of Ireland, Belfast Banking Com
pany, Provincial Bank of Ireland. Zum
Hafen gehören 31 Schiffe. Die Einfuhr
wertete 1879: 11,731,100 Mk., die Aus
fuhr 1,228,740 m. 1879 verkehrten hier
4 deutsche Schiffe von 1661 Ton.
Louisville (spr. lmswill), wichtigste Fa-
brik- und Handelsstadt des nordamerikan.
Staats Kentucky, links am Ohio, dessen
Stromschnellen durch einen Kanal um
gangen werden, und mehreren Eisenbah
nen; (1880) 123,000 Einw. (darunter
15,000 Deutsche). Zollamt; German
Bank, Kentucky National Bank. Es be
stehen 20 großartige Kautabak- und Cigar
renfabriken , deren Produktion 1879 auf
4,793,840 Pfd. angegeben wird. L. ist der
erste Tabaksmarkt der Welt; jährlich kom
men 60—70,000 Fässer im Wert von 21
bis 30 Mill. Mk. zum Verkauf. — In 10
Schlacht- und Verpackungsetablissements
werden jährlich 275,000 Schweine ge
schlachtet. — Für die Whiskeyproduktion
Kentuckys (1879: 31 Mill. Lit.) ist L.