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Niederlande (Forstwirtschaft, Industrie, Handel).
hsscl betrieben. Salz wird auö der Sec,
Torf in mehreren Provinzen gewonnen.
Wie sehr aber daSLand auf die auswärtige
Einfuhr angewiesen ist, beweisen nachstehende
für 1878 geltende Ziffern. Es
betrug (in Millionen Kilogramm):
Einfuhr Ausfuhr
Steinkohle . . 2860, t 415,3
Salz .... 53,o 3,2
Rohmetalle. . 494,2 412,o
Durch die Einführung von englischen,
deutschen und belgischen Roh- unb Stabeisen
hat in den letzten Jahrzehnten die
Produktion voll Eisengnßartikeln, Nägeln,
Drahtstiften, Waffen und andern Eisenund
Stahllvaren Fuß gefaßt. Namentlich
die Eisengießereien von Amsterdam, Utrecht,
Herzogenbnsch, Maastricht sind zur
Bedeutung gelangt und arbeiten schon
für den Export. Dennoch überwiegt die
Einfuhr bearbeiteter Metalle noch erheblich;
sie betrug 1878: 215,i Mill, kg, die
Ausfuhr 117,9 Mill. kg.
F o r stk ult ll r. Das Königreich besitzt
wenig Holzbestand (nur G,« Proz. des
Areals), und bedeutende Mengen lverden
ans Rußland, Schweden und Norwegen
zur See, aus Deutschland in großen Flößen
eingeführt. Die feinern Holzarten kommen
besonders ans Amerika. 1878 war:
Einfuhr Ausfuhr
Schiffbauholz rc.. . 692,G 121,7
Feine Holzsortcn. . 6,5 2,i
Der Fischfang ist nächst der Viehzucht
und Käsebereitung der wichtigste Zweig
der specifisch nationalen Wirtschaft. Die
Kabeljausischerei wird sowohl an den niederländischen
Küsten als auf der Doggeröbank,
selten bei Island betrieben. Die
Salzheringsfischerei wurde 1877 von 113
Fahrzeugen betrieben, welche einen Ertrag
von 2,9 Mill. Mk. brachten; die Frischheringsfischerei
beschäftigte 241 Fahrzeuge)
der Wert der gefangenen 3!) Mill.
Heringe war 1,8 Mill. Mk. Die Schleppnetzfischerei
wurde 1877 von 274 Schiffen
betrieben und brachte 785,655 Mk., die
Eariieelensischerei am Helder und die Fischereien
in der Zuidersee 105,427 Mk.
Der Austernfang ergab 1877 einen Ertrag
von 2,5 Mill. Mk.', 1878 aber nur von
1,150,090 Mk. Im ganzen waren bei dem
Fischfang2461 Boote mit9462Mann thätig.
Der Handel mit Fischen betrug 1878:
Einfuhr 7,iMill., Ausfuhr39,2Mill.kg.
II. Industrie und Handel.
I n d u st r i e. Die Gewerbeverfassung beruht
auf dem Prinzip vollständiger Gewcrbefreiheit,
ilnd nur der Steuern wegen
ist die Anzeige vom Beginn eines Gewerbebetriebs
oder einer zu errichtenden Fabrik
erforderlich. Zur Förderung derselben bestehen
65 Handels- und Fabrikkammern
sowie der Verein zur Beförderung der
Fabrik- und Handwerksindnstric, der
Verein der niederländischen Industriellen
im Haag und die Niederländische Gesellschaft
zur Beförderung der Industrie in
Haarlem. Die Industrie steht der Urproduktion
an Wichtigkeit weit ilach, doch arbeiten
einige Zweige nicht llnbeträchtlich für
die Ausfuhr. Dahin gehört als einer der
wichtigsten der Betrieb der Ziegelcieil
und Thonwarcnfabriken. Die Glashütten
fabrizieren meist Flaschen für Liköre
und Genever. — Von Bedeutung ist
ferner die Baum woll indù strie, die
sowohl für den einheimischen Markt als
für die Kolonien arbeitet. Berühmt ist
die Papierfabrikation, indessen deckt die
einheimische Produktion den Bedarf keineswegs;
1879 betrug (in Millionen
A'iloavam.,0: ^
Glaswarcn. . . 27,o 14,7
Thonwaren. . . 160,5 40,5
Manufatte. . . 34,2 28,4
Papier .... 13,8 15,s
Handel. Nach dem 1. Nov. 1862 in
Kraft getretenen Gesetz betrugen die Eingangszölle
höchstens 5 Proz., einige Artikel,
welche höher verzollt wurden, ausgenommen.
Zugleich wllrdcn alleAnögangSzölle
abgeschafft außer denjenigen auf
Lumpen. Der Gesamtwert des Handels
bezifferte sich (in Millionen Mark):
1876 1877 1878
Einfuhr . . 1212,8 1276,5 1376,6
Ausfuhr . . 906,5 920,4 958,s
Nach den Warenklassen verteilte sich der
Wert des Handels 1877 in folgender Weise
(in Millionen Mark):